Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama Malawi eröffnet ersten Drohnenkorridor für humanitäre Hilfe
Nachrichten Panorama Malawi eröffnet ersten Drohnenkorridor für humanitäre Hilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:22 29.06.2017
Die Drohnen sollen beispielsweise genutzt werden, um Blutproben, Impfstoffe und andere wichtige und leichte Medikamente zu schicken. Quelle: Chim Chisiza
Anzeige
Lilongwe

Die Kinder in Malawi starren ungläubig in die Luft: Was fliegt denn da? Mit dem Finger zeigen sie auf das schnurrende Objekt - eine Drohne.

In dem südostafrikanischen Land ist der erste permanente Drohnenkorridor Afrikas für humanitäre Hilfe eröffnet worden. Der Korridor mit einem Radius von 40 Kilometern um das Flugfeld von Kasungu im Zentrum des Landes soll es dem Privatsektor, Universitäten und Helfern ermöglichen, die Nutzung von Drohnen als humanitäre Hilfsmittel zu testen, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef mitteilte.

Die Drohnen sollen beispielsweise genutzt werden, um Blutproben zu verschicken oder um Impfstoffe und andere wichtige und leichte Medikamente effizienter in abgelegene Orte zu bringen. Zudem könnten die Drohnen zum Beispiel helfen, nach Überflutungen einen schnellen und kostengünstigen Überblick der Situation zu bekommen, wie Unicef erklärte. Im Katastrophenfall könnten die Flugobjekte auch genutzt werden, um Helfern Handyempfang oder Internetzugang zu ermöglichen.

Malawis Verkehrsminister Jappie Mhango erklärte, die Drohnen zum Transport von Medikamenten einzusetzen, „könnte das Leben in abgeschiedenen ländlichen Gemeinden verändern“. Unicef zufolge soll der Korridor zunächst mindestens ein Jahr bestehen, die Drohnen dürfen maximal 400 Meter über der Erde fliegen. Zwölf Organisationen und Unternehmen hätten bereits eine Nutzung beantragt.

„Dieser humanitäre Drohnenkorridor kann unsere Effizienz und Fähigkeit, den bedürftigsten Kindern der Welt zu helfen, deutlich verbessern“, erklärte Unicefs weltweiter Innovationschef Christopher Fabian. Unicef hatte in Malawi im vergangenen Jahr erfolgreich den Einsatz von Drohnen zur Beförderung von Proben zur HIV-Diagnose bei Kindern getestet.

Unicef-Landesdirektor Johannes Wedenig sagte, der Einsatz von Drohnen könnte besonders im Katastrophenfall wie bei Überflutungen hilfreich sein. „In Malawi bieten Straßen selbst zur besten Zeit nur begrenzten Zugang zu ländlichen Gebieten, und nach Überschwemmungen werden die Feldwege oft zu Flüssen und schneiden betroffene Gemeinden ab.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Teilnehmer und Veranstalter illegaler Autorennen müssen sich auf deutlich härtere Strafen einstellen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete der Bundestag.

29.06.2017

Falscher Alarm an zwei Schulen in Mittelfranken: Per E-Mail wurde eine Explosion angedroht, das Schulzentrum geräumt. Nun sucht die Polizei den Urheber. Wollte er sich vor einer Prüfung drücken?

29.06.2017

Immer häufiger sind Erreger gegen bestimmte Antibiotika resistent. Dem will die EU-Kommission entgegenwirken.

29.06.2017
Anzeige