Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama Menschen erkennen kranke Mitmenschen auf einen Blick
Nachrichten Panorama Menschen erkennen kranke Mitmenschen auf einen Blick
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:57 03.01.2018
Die beiden Bilder, die aus Fotos von 16 Probanden zusammengesetzt wurden, zeigen eine kranke (r) und eine gesunde Person. Quelle: Msc Audrey Henderson
Anzeige
Stockholm

Menschen können oft schon auf einem Foto erkennen, ob der Abgebildete krank ist. Das fanden Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm heraus.

Das Team um den Neurowissenschaftler und Schlafforscher John Axelsson injizierte Probanden ein Colibakterium, das eine Entzündungsreaktion hervorrief. Eine Kontrollgruppe bekam Placebo gespritzt. Zwei Stunden nach der Injektion wurden Fotos von den Testpersonen gemacht.

Eine weitere Probandengruppe hatte daraufhin wenige Sekunden Zeit, um zu beantworten, ob die Abgebildeten krank oder gesund sind. Tatsächlich erkannten die Testpersonen 81 Prozent der Erkrankten, was der Studie zufolge gegen Zufallstreffer spricht.

Doch die Forscher interessierte auch, welche Hinweise aus den Fotos genau zu den Diagnosen führten. In einer zweiten Sichtungsrunde wurden daher bestimmte Krankheitsmerkmale, die sich im Gesicht ablesen lassen, abgefragt. Dazu gehörten blasse Lippen, bleiche Gesichtsfarbe, fleckige oder glänzende Haut, hängende Mundwinkel, Schwellungen oder rote Augen. Mit Ausnahme der fleckigen oder glänzenden Haut waren alle diese Merkmale Faktoren, um eine kranke Person zu erkennen. Die Ergebnisse sind im Fachblatt „Proceedings B“ der britischen Royal Society veröffentlicht.

Für die Wissenschaftler gibt ihre Studie Hinweise darauf, wie die Probanden kranke Menschen erkennen konnten. Gerade mit Blick auf ansteckende Krankheiten wäre diese Fähigkeit ein enormer biologischer Vorteil.

Doch die Forscher weisen auch darauf hin, dass diese rein visuelle Analyse fehleranfällig sein kann. So könnten traurige oder müde Gesichter im Zweifelsfall auch krank wirken. Tatsächlich deckt sich diese Theorie mit anderen Studien, die ergeben haben, dass müde Menschen öfter sozial gemieden werden. Auch die häufige Stigmatisierung sichtbarer Behinderungen folge aus übermäßigen Krankheitsvermeidungsmechanismen, wie die Autoren der Studie schreiben.

Nichtsdestotrotz gebe ihre Arbeit Anstöße, weiter zu erforschen, wie kranke Mitmenschen erkannt werden. So sei zu vermuten, dass dies besser gelinge, wenn zum Beispiel auch Körpergerüche oder Bewegungen beobachtet werden können. Zudem wäre zu prüfen, ob man diese Fähigkeit auch üben kann. Die Autoren schließen: „Künftige Studien sollten untersuchen, inwiefern sich Gesichtsausdrücke, die eine Krankheit bedeuten, mit denen grundlegender menschlicher Emotionen wie Sorge oder Angst überschneiden und wie schnell Menschen bei ihren Mitmenschen nach Anzeichen von Krankheiten suchen.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im kuriosen Streit um einen bissigen Esel und einen teuren Sportwagen ist das Urteil rechtskräftig.

03.01.2018

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Silvester-Angriffe auf Polizisten und Einsatzkräfte verurteilt.

03.01.2018

New York wappnet sich mit weiteren Pollern auf der Straße gegen mögliche Terrorattacken und Todesfahrten mit Autos.

03.01.2018
Anzeige