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Monster-Fettberg wandert ins Museum

Museum of London Monster-Fettberg wandert ins Museum

So schwer wie elf Doppeldeckerbusse, so lang wie zwei Fußballfelder: Im vergangenen Jahr blockierte ein riesiger Fettberg die Londoner Kanalisation. Nun werden zwei kleine Teile des „modernen Monsters“ ausgestellt. Im Museum of London läuft eine Schau mit dem Namen „Fatberg!“ an. Die eklig-stinkenden Klumpen sollen zur Aufklärung beitragen.

Das Foto zeigt einen Teil des Fettbergs in der Londoner Kanalisation.

Quelle: AP

London. Wenn sie an den Geruch der ekligen Masse zurückdenkt, verzieht Vyki Sparkes das Gesicht. Der Ungetüm stank nach einer Mischung aus verdorbenem Fleisch und vollen Babywindeln. Trotzdem wollte die Kuratorin des Museum of London unbedingt ein Stück abhaben von dem berühmten Fettberg – jenem „modernen Monster“, das vergangenen September Schlagzeilen auf der ganzen Welt machte.

Klumpen aus Kochfett, Öl, Kondomen und Feuchttüchern

Arbeiter von Thames Water, dem für die Wasserversorgung zuständigen Unternehmens, hatten eines der größten Gebilde entdeckt, die je unterirdisch gefunden wurden. Es handelte sich um einen gigantischen Klumpen aus hartem Kochfett, Öl, Windeln, Kondomen, Feuchttüchern und allerlei anderem unappetitlichem Müll, der einen Abwasserkanal im Londoner Stadtteil Whitechapel verstopft hatte. Sparkes sah damals sowohl die Herausforderung als auch eine perfekte Gelegenheit für das Museum of London. Es sei wichtig, „die Höhen und Tiefen vom Leben in der Stadt“ abzubilden, sagt sie. „Und ich glaube nicht, dass es noch tiefer geht als ein Fettberg.“

Seit diesem Wochenende sind zwei Teile des einst 230 Meter großen und 130 Tonnen schweren Ungetüms in der Ausstellung „Fatberg!“ zu sehen. Zugegeben, an ein Monster, das einmal das Gewicht von elf roten Doppeldeckerbussen hatte und so lang wie zwei Fußballfelder war, erinnern die Stücke nicht mehr. Der eine Klumpen kaum größer als eine Schuhschachtel, der andere zerbröckelt, haben sie von Weitem mehr Ähnlichkeit mit einem Bruchstück eines Meteors als mit Unrat, der die Toilette heruntergespült wurde.

Die harte Masse stößt hochgiftige Gase aus

Die harte und giftige Masse zu konservieren, stellte sich als schwierig heraus, auch weil sie hochgiftige Gase ausstoßen. Immerhin, Ingenieure sagten damals, es sei, „als breche man Beton auf“. Mit Hochdruckgeräten rückten die Experten an, um die Masse aufzulösen, die dann mit Hilfe von Schläuchen in Tanker abgesaugt wurde. Manche Teile mussten gar mit Schaufeln und purer Kraftanstrengung zerlegt werden. Neun Wochen dauerte es, bis die Kanalisation wieder frei war, teilweise konnte das Material zu Biodiesel verarbeitet werden. Und mit größter Vorsicht landeten zwei Stücke im Museum. Am Ende entschieden sich die Experten dafür, sie zu trocknen, um das poröse Material stabiler zu machen.

Heute mögen die grau-braunen Klumpen in den drei transparenten Boxen harmlos wirken. Doch noch immer hausen in ihnen tödliche Bakterien und aus den Brocken schlüpfen Fliegen. „Fettberge sind ekelhafte, faszinierende Dinge“, sagt Kuratorin Vyki Sparkes. Und gleichwohl ein „schmutziger Spiegel“, der uns vorgehalten werde. „Sie reflektieren unsere dunkle Seite.“

Mit der Ausstellung sollen die Besucher zum Umdenken angeregt werden. Sparkes versteht es als Aufklärungsprojekt. Was darf in die Toilette? Die aus der Viktorianischen Ära stammende Kanalisation in London sei nie geschaffen worden für all das, was Menschen und Unternehmen heute an Abfall und Fett entsorgen, so Sparkes über die relativ alte Infrastruktur aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Entfernung der Blöcke kostet eine Million Pfund jährlich

Broschüren mit dem Appell „Don’t feed fatbergs“ liegen aus, dazu Erläuterungen, was nicht ins Klo, sondern in den Abfalleimer gehört – von Kaugummis und Essen über Feuchttücher und Windeln bis hin zu Strumpfhosen und Zahnseide. Dabei lauern und wachsen schon die nächsten Fettberge unter dem regen Treiben der Stadt. Rund eine Million Pfund, umgerechnet 1,13 Millionen Euro, gibt Thamse Water eigenen Angaben zufolge pro Monat für die Entfernung der Blöcke aus.

Von Katrin Pribyl

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