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Panorama Mutmaßlicher Kindermörder nach 20 Jahren festgenommen
Nachrichten Panorama Mutmaßlicher Kindermörder nach 20 Jahren festgenommen
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10:46 27.08.2018
Mit einer groß angelegten DNA-Massenuntersuchung wurde nach dem Mörder von dem elfjährigen Nicky Verstappen gesucht. Quelle: Foto:Ralf Roeger/dpa
Maastricht

Seit 20 Jahren ist die Polizei auf der Suche nach dem Mörder des elfjährigen Nicky Verstappen aus den Niederlanden. Nun könnte die Suche ein Ende haben. Bereits am Sonntag wurde ein Verdächtiger in Spanien festgenommen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Wann er in die Niederlande ausgeliefert werde, sei zunächst noch nicht klar. Die niederländischen Behörden hatten am Mittwoch ein Foto des 55-jährigen Jos B. veröffentlicht. Sie hatten ihn mit Hilfe von DNA-Spuren ermitteln können.

Der entscheidende Hinweis kam von einem Zeugen, der ihn anhand der veröffentlichten Fotos erkannt hatte. Demnach hatte B. auf einem Feld in Spanien sein Zelt aufgeschlagen. Der Tatverdächtige soll 1998 den damals elfjährigen Nicky Verstappen aus einem Sommercamp an der deutsch-niederländischen Grenze entführt, sexuell missbraucht und schließlich ermordet haben.

„Es wird Gerechtigkeit geben“

Der Journalist und Sprecher der Familie des getöteten Jungen, Peter R. de Vries, schrieb bei Twitter, B. sei in der Nähe von Barcelona gefasst worden. Die Familie des Jungen sei „sehr erleichtert“. „Es wird Gerechtigkeit geben“, fügte er hinzu.

Der Fall sorgte für viel Aufmerksamkeit. Im Laufe der Ermittlungen wurden mehrere Verdächtige festgenommen und befragt – alle stellten sich als unschuldig heraus. Mithilfe von Spuren an der Leiche und modernen Technologien konnte 2008 ein DNA-Profil des Täters erstellt werden. Die Polizei hatte dann im Februar diesen Jahres nach einer groß angelegten Untersuchung, bei der rund 14.000 Männer ihre DNA-Proben abgaben, eine Übereinstimmung mit der DNA des mutmaßlichen Täters gefunden.

Verdächtiger hatte eine Hütte in den Vogesen

Erst am Mittwoch hatte die Polizei erklärt, in dem Fall nach dem 55-jährigen B. zu fahnden. Der Mann war seit Februar auf der Flucht. Seine Familie hatte ihn als vermisst gemeldet. Er tauchte demnach nicht wieder auf, nachdem er nach eigener Aussage zu einem Spaziergang in den Vogesen aufgebrochen war – in dem ostfranzösischen Gebirge besitzt er eine Hütte. Dort sicherte die Polizei DNA-Spuren des Mannes. Weil er 1998 als Zeuge in dem Mordfall aufgetreten war, glich die Polizei diese Spuren mit dem DNA-Profil des mutmaßlichen Täters ab – die Proben stimmten überein.

Ermittler vermuteten weitere Taten

Nach Berichten niederländischer Medien waren Fallanalytiker zunächst davon ausgegangen, dass der Mörder des Jungen weitere Taten in Deutschland verübt haben könnte – darunter an dem neunjährigen Dennis im September 2001. Das Kind war ebenfalls aus einem Schullandheim entführt und getötet worden. Erst zehn Jahre später zerschlugen sich diese Vermutungen. Der als „Maskenmann“ gesuchte Serienmörder konnte festgenommen werden. Der 40-Jährige legte ein umfassendes Geständnis für drei Morde ab. Ein DNA-Abgleich des Täters mit den Spuren an Nickys Leiche entlastete den Mann jedoch zumindest in diesem Fall. Die niederländischen Ermittler standen wieder am Punkt Null.

Von RND/dpa/hma

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