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Panorama Oben ohne: Wann ist es Zeit für eine Glatze?
Nachrichten Panorama Oben ohne: Wann ist es Zeit für eine Glatze?
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12:03 12.08.2018
Den Gang zur Glatze meiden viele lange - dabei kann das einen stylishen Look ergeben. Quelle: dpa/Westend61
Berlin

Bei Männerfrisuren verlieren die meisten selten große Worte. Es sei denn, das Haupthaar ist kaum noch zu retten. Wie etwa bei Prinz William. Dann ist Häme programmiert. Seine zuletzt erfolglosen Kämmversuche brachten ihm viele spöttische Bemerkungen ein. Doch Anfang des Jahres wagte er eine radikale Rasur und wurde dafür nicht nur in den britischen Medien gelobt.

Fast klang es wie ein kollektives Aufatmen von Fans und Style-Experten darüber, dass die Nummer zwei der britischen Thronfolge nun keinen Versuch mehr unternimmt, das lichte Haar zu verleugnen – wie etwa US-Präsident Donald Trump mit seinen Drapierkünsten. Die britische Zeitung “The Independent“ lobte Williams Entscheidung, den Schopf radikal zu kürzen, als “ein wirklich starkes Statement“.

Radikal kurz: Der “Buzz Cut“

Radikal kurz rasierte Haare sind derzeit sogar Trend bei Männerfrisuren: So tragen etwa Sänger Justin Timberlake oder Schauspieler Tom Hardy den “Buzz Cut“ mit militärisch gestutzten Stoppeln. Dennoch tun sich gerade Männer mit Haarausfall oftmals schwer, zum Kurzhaarschneider zu greifen.

Zwar lassen sich mit Kämmtechniken, Strukturumformungen oder gar Dauerwellen erste kahle Stellen verdecken, doch der Schummelscheitel ist nach Worten von Promi-Friseur Udo Walz passé: Die Männer seien eitler geworden, hat er beobachtet.

Was Glatzenbildung angeht, ist er überzeugt: “Je mehr man etwas verstecken möchte, umso mehr macht man darauf aufmerksam.“ Auch Schütthaar aus der Tube oder Farbsprays liefern keine befriedigenden Ergebnisse. Vielmehr kommt es zu Farbabrieb an Haut und Kleidung, und es können allergische Reaktionen auftreten.

Entspannt geschoren statt verkrampft drapiert: Prinz William erntete Anfang des Jahres für sein radikal gekürztes Haupthaar viel Lob. Quelle: Imago

Für Jens Dagné von der Friseurvereinigung Intercoiffure Mondial gibt es “keinen richtigen Zeitpunkt für das extreme Kurzschneiden oder das Abrasieren der Resthaare. Aber es gibt objektive und subjektive Indikatoren.“ Objektiv betrachtet ist für Dagné der Zeitpunkt erreicht, wenn die Haare so weit zurückgegangen sind, dass die Lücke am Oberkopf und die noch dicken Stränge Resthaare an den Seiten die Proportion der Kopfform optisch verändern.

Subjektiv empfänden manche Männer auch das vollständige Ergrauen des bereits dünn gewordenen Haupthaares als guten Zeitpunkt, zur Glatze überzugehen, sagt der Friseurmeister aus Worms.

Schatten für die Glatze

Die Glatze führt gern ein Schattendasein. Uwe Schwichtenberg, Vorsitzender des Landesverbands Bremen im Berufsverband der Deutschen Dermatologen, warnt vor Sonneneinstrahlung: Je länger man eine Glatze habe, desto mehr sei diese lichtgeschädigt durch Sonnenbrände. Gerade weißer Hautkrebs sei am Kopf ein Problem, sagt der Dermatologe. Er rät daher unbedingt zu UV-Schutz, sobald das Kopfhaar sich lichtet. Und zwar an allen Tagen mit Sonnenschein, nicht nur an den heißesten. Am besten eigne sich flüssiger Sonnenschutz in Form von Spray.

Eine Alternative kann die täglich genutzte Tagespflege fürs Gesicht sein, die bereits UV-Schutz enthält. Das müsse aber mehr als nur der übliche Alterungsschutz mit einem Lichtschutzfaktor von drei oder vier sein, betont Uwe Schwichtenberg. Für Friseurmeister Dagné gehört ein extrem hoher Lichtschutz von 50 und mehr sogar zur Grundversorgung einer Glatze.

Dermatologe Schwichtenberg empfiehlt, die kahle Kopfhaut mit Gesichtscreme zu pflegen. Und das täglich. Es sollte eine Pflege gewählt werden, die zum Hautzustand passt, also etwa eine Creme für trockene Haut. Wer sich an eher fettender oder leicht öliger Kopfhaut stört, nutzt am besten eine mattierende Tagescreme. Für die Kopfwäsche eignen sich neben milden Shampoos für die Resthaare auch Gesichtsreiniger in Form von Lotion, Schaum und Gel für die Kopfhaut.

Mut zur Lücke

Verbliebenes Resthaar weiter vor dem Ausfall zu schützen ist kaum möglich. Anlagebedingter Haarausfall lasse sich nicht mit Pflegeprodukten verhindern, betont Dermatologe Schwichtenberg. “Streng genommen ist es auch kein Haarausfall, sondern ein vermindertes Wachstum der Haare.“ Sie werden dünner und wachsen kürzer, bis sie ganz wegbleiben.

Wer sich keine Blöße geben will, setzt auf Transplantation. Dabei werden Haare vom Hinterkopf oder Brust- oder Barthaare verpflanzt. Sie fallen auf jeden Fall nicht aus.

Von Simone Andrea Mayer

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