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Panorama Prozess gegen Drogenboss „El Chapo“ mit Jury-Auswahl gestartet
Nachrichten Panorama Prozess gegen Drogenboss „El Chapo“ mit Jury-Auswahl gestartet
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22:48 05.11.2018
Der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán. Quelle: Pgr/Ho/Prensa International/Prensa Internacional via ZUMA/dpa
New York

Nach rund zwei Jahren im Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan ist für den mexikanischen Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán der Strafprozess gestartet. Zunächst wurde dabei am Montag am Gericht in New York mit der Auswahl der zwölf Geschworenen begonnen, die aus Sicherheitsgründen anonym über Guzmáns Schicksal entscheiden sollen. Zu groß sei die von Guzmán ausgehende Gewalt, nachdem er mutmaßlich Hunderte Menschen ermorden, angreifen und entführen ließ, meint Richter Brian Cogan.

Die potenziellen Mitglieder der Jury kamen unter massiven Sicherheitsvorkehrungen in das Bundesgericht im New Yorker Bezirk Brooklyn und gaben unter anderem Auskunft über ihre Einstellung zu Drogen, der Polizei und darüber, ob sie Spanisch können oder nicht. Im Vorfeld verfügte Richter Brian Cogan, dass die Namen der Geschworenen unter Verschluss gehalten werden. Sie wurden zu und aus dem Gerichtssaal eskortiert.

„El Chapo“ erschien in einem blauen Jackett und weißen Hemd. Die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn waren extrem hoch. Vor dem Gebäude versammelten sich bei trübem Herbstwetter mit Nieselregen Dutzende Reporter und Schaulustige. Der Auswahlvorgang könnte sich über mehrere Tage hinziehen. Der eigentliche Prozessauftakt mit den Eröffnungsplädoyers ist dann für den kommenden Dienstag (13. November) geplant, das Verfahren dürfte mehrere Monate dauern.

Das Department of Homeland Security hat vor dem Bundesverwaltungsgericht in Brooklyn, zum Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman, die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Quelle: Mark Lennihan/dpa

„El Chapo“ verdiente Milliarden mit Drogenschmuggel

Der 61 Jahre alte „El Chapo“ verdiente nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft mit Drogenschmuggel und anderen illegalen Geschäften Milliarden. Rund ein Dutzend Staatsanwälte sitzen in New York an dem Fall, 16 Zeugen haben sie in Stellung gebracht. Guzmán hat mehrere Star-Verteidiger angeheuert.

2017 war „El Chapo“ in die USA ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in dem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan, 24 Stunden am Tag in einer 15 Quadratmeter großen, fensterlosen Zelle. Ausnahmen gibt es nur unter der Woche, wenn er täglich eine Stunde ein Laufband und einen Fahrrad-Trainer benutzen darf. Depressionen und Halluzinationen seien die Folge, warnen seine Anwälte. In Mexiko waren Guzmán zuvor mehrere spektakuläre Gefängnisausbrüche gelungen.

„El Chapo“ droht lebenslange Haftstrafe

Bei einer Verurteilung droht Guzmán eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Von RND/dpa/AP