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Panorama Michael Douglas: „Früher hatten wir mehr kreative Freiheit“
Nachrichten Panorama Michael Douglas: „Früher hatten wir mehr kreative Freiheit“
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21:00 30.11.2018
Seit 50 Jahren ist Michael Douglas Teil der Filmbranche in Hollywood. Quelle: imago stock&people

Sie sind eine Hollywooddynastie. Kirk und Michael Douglas haben zusammengerechnet 120 Jahre Geschichte in der Glitzerstadt geschrieben – und über 120 Filme gedreht. Wird die kommende Generation die Familientradition fortsetzen?

Und wie. Es gibt vier Douglasse in der nächsten Hollywoodgeneration. Mein ältester Sohn Cameron hat ja schon mit mir und seinem Großvater vor der Kamera gestanden, und seine Geschwister Dylan und Cary wollen auch Schauspieler werden. Nicht zu vergessen meine Nichte Kelsey. Das gibt mir ein wenig das Gefühl der Unsterblichkeit, dass unsere Familie weiter in der Branche vertreten sein wird.

Als Sie neulich Ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame bekommen haben, war die ganze Familie dabei. Sehr ergreifend, oder?

Es war eine sehr emotionale Sache für mich. Ich habe gerade mein 50. Jubiläum in der Filmbranche gefeiert. Und dann vor den Augen meines Vaters die Auszeichnung zu erhalten, das war schon etwas ganz Besonderes. Ebenso, dass mein ältester Sohn Cameron mit dabei war. Er hat so einiges durchgemacht in den letzten Jahren. Doch jetzt läuft alles super für ihn. Er hat mich zum Großvater gemacht.

Sie haben Halskrebs besiegt …

…und bin auch nach sieben Jahren noch krebsfrei. Ich lasse mich regelmäßig durchchecken. Vor ein paar Jahren haben sie einen Tumor entdeckt, den sie entfernt haben. Der war aber gutartig. Eine der größten Gefahren bei Halskrebs ist, dass Krebspartikel nach unten in den Körper gelangen.

Kann man im Entertainmentgewerbe tiefe Freundschaften aufbauen?

Ja klar. Ich bin seit 1967 mit Danny DeVito ganz dick befreundet. Wir hatten damals eine WG in New York.

Sie betonen immer wieder Ihr enges Verhältnis zu Ihrem Vater. Wie sehr hat der Ihnen bei der Karriere geholfen?

Wenn man mit Kirk Douglas aufwächst, dann ist man ständig um Legenden wie Tony Curtis, Frank Sinatra und Gregory Peck herum. Ich habe gesehen, dass sie normale Menschen mit Unsicherheiten gewesen sind. Das hat mir geholfen, in Hollywood besser bestehen zu können.

Hat Ihr Vater Sie oft mit zum Set genommen?

Ich kann mich zumindest an eine Begebenheit erinnern – weil sie mir so peinlich war. Ich muss zwölf gewesen sein. Mein Vater hat mit Lana Turner „The Bad and the Beautiful” gedreht und ich bin versehentlich reingeplatzt, als die mitten bei einer Liebesszene waren. Mein Vater küsste Lana gerade leidenschaftlich im Bett und sah dann mich. Er zwinkerte mir zu und sagte, dass ich als Nächster an der Reihe sei. Ich wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken und bin rausgerannt.

Sie haben den Glanz des alten Hollywoods kennengelernt. Werden Sie nostalgisch, wenn Sie zurückdenken?

Was ich vermisse, ist, dass wir früher viel mehr kreative Freiheit hatten. Heute würden Filme wie „Einer flog über’s Kuckucksnest“ gar kein grünes Licht bekommen. Das ist einer der Gründe, warum Streamingsender wie Netflix so attraktiv geworden sind.

Für den Sie jetzt die Comedy-Serie „The Kominsky Method“ drehen. Zum ersten Mal wieder Fernsehen nach „Die Straßen von San Francisco“. Was ist der Unterschied zwischen TV heute und vor 40 Jahren?

Damals kostete Fernsehen nichts. Heute muss man bezahlen, wenn man mich sehen will. Nicht zu vergessen, es gibt keine Werbeunterbrechngen. Und du kannst sagen, was du willst. Fuck, Shit, Piss ... alles geht.

Von RND/Dierk Sindermann

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