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Panorama Weltweite Spielemesse startet mit Rekorden
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19:33 25.10.2018
„Azul“ wurde mit dem „Deutschen Spielepreis 2018“ ausgezeichnet. Ziel ist es, einen Königspalast mit prachtvollen Fliesen zu verzieren. Quelle: Foto: Roland Weihrauch/dpa
Essen

Partyspiele, Kinderspiele, Kartenspiele oder Fantasygames – auf der weltweit größten Spielemesse in Essen ist alles zu finden. Vor allem aber davon immer mehr: 1990 mit ein paar Hundert Spielen begonnen, gibt es in diesem Jahr allein 1400 Neuheiten auf 80 000 Quadratmetern. Die Ausstellungsfläche hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, 70 Prozent der Anbieter kommen mittlerweile aus dem Ausland. Mehr als 180 000 Besucher aus aller Welt erwartet die „Spiel ’18“ bis Sonntag.

Der größte Andrang

Die Besucher drängen sich nicht nur an den Eingängen, an denen es am ersten Tag bis zu 90 Minuten Wartezeit gab – vor allem eine Halle ist immer wieder Anziehungspunkt Nummer eins: In Halle drei, dort, wo auch die großen Hersteller wie Ravensburg, Matell oder Schmidt ihre alten und neuen Kassenschlager präsentieren, ist kaum ein Durchkommen. Wer an einem der vielen Tische eine Partie „Catan“ oder das Spiel des Jahres „Azul“ testen will, muss viel Geduld mitbringen.

Die leerste Halle

Verhältnismäßig wenig Gedränge gibt es in Halle sechs, in der sich alles um spezielle Strategiespiele dreht, den sogenannten Tabletops („Tischplatten“) – bei denen Figuren und Schauplätze in Miniatur gebastelt werden. Die meisten Tabletop-Varianten sind aus dem Fantasybereich – manche basieren aber auch auf historischen Ereignissen. Bei „Dust 1947“ zum Beispiel tauchen Spieler in die Wirren eines alternativen Zweiten Weltkriegs ein, der 1947 noch lange nicht vorbei ist und mit Zombies ergänzt wird.

Der Nebenschauplatz

Über die Jahre hat sich außerhalb der Hallen ein für Nichtkenner absurdes Szenario entwickelt: Zwischen den Messeeingängen stehen Dutzende Besucher mit Bollerwagen voller Brettspiele und halten Schilder hoch, als würden sie jemanden vom Flughafen abholen wollen. Menschen, die sich im Netz verabredet haben, tauschen und verkaufen hier Spiele. Ihre Nutzernamen stehen auf den Schildern – so wird das digitale Date real.

Die Klassiker

Neben den 1400 Neuheiten, die die Spielemesse in diesem Jahr bietet, nehmen Klassiker ebenso viel Raum ein. „Scrabble“, das nach Herstellerangaben in jedem zweiten deutschen Haushalt zu finden ist, hat zu seinem 70-jährigen Jubiläum etwa zwei Sondereditionen herausgebracht. Und den Klassiker unter den Kartenspielen, „Uno“, gibt es jetzt auch für Farbenblinde.

Die Kuriosen

Als Weltneuheit werden „Unique Games“ gehandelt, bei denen der Grundstock, wie etwa die Spielkarten, gleich ist. Andere Komponenten sind vom Hersteller für jedes Spielset individuell ausgesucht – sodass angeblich kein Spiel wie das andere ist. Kurioses gibt es vor allem für Kinder, etwa das Spiel „Kacka-Alarm“, bei dem Fünfjährige gegen eine Kloverstopfung kämpfen sollen. Teilweise umstritten ist ein Spiel namens „Holding on“, das die Spieler in die Rolle eines Palliativteams schlüpfen lässt. Sie müssen sich um Billy kümmern – einen fiktiven Charakter mit einem bewegten Leben, der einen möglichst positiven Abschied haben soll.

Interview mit Spieleerfinder Uwe Rosenberg („Bohnanza“)

Herr Rosenberg, es gibt nur rund 30 Menschen, die hauptberuflich Spiele entwickeln und davon leben können. Wie wird man Spieleerfinder?

Lernen kann man das nicht wie einen normalen Beruf. Man wächst da hinein. Das beginnt mit der eigenen Leidenschaft: Man verbringt seine Freizeit mit Spielen, geht auf Turniere und Messen, denkt sich immer wieder selbst etwas aus.

Sie haben in Dortmund Mathematik studiert, Ihre Diplomarbeit schrieben Sie über „Wahrscheinlichkeitsverteilungen beim Memory“ – hat Ihnen das geholfen, einer der erfolgreichsten Spielemacher zu werden?

Statistik hilft natürlich beim Entwickeln von Spielen, aber wichtiger ist das Gefühl. Ich fühle die Wahrscheinlichkeiten.

Was heißt das?

Ideen haben viele, Regeln aufstellen kann jeder. Aber ich kann besser fühlen und filtern, bei welchem Spielzug was passieren wird und wie das Spiel sich entwickelt.

Was macht ein richtig gutes Spiel aus?

Ein gutes Spiel muss auf mehreren Ebenen spielbar sein, vom einfachen Puzzeln nach Feierabend bis zum mehrtägigen Turnier am Wochenende.

Von Julia Rathcke

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