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"Die Böse ist immer am interessantesten"

Nadine Warmuth "Die Böse ist immer am interessantesten"

Nadine Warmuth intrigiert ab Dienstag, 9. Juli, beim "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, ARD)

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Nadine Warmuth mag die Vielschichtigkeit ihrer neuen Rolle: "Nach außen hin wirkt sie stark und unkaputtbar, aber sie hat eine sehr verletzliche Seite."

Quelle: ARD / Ralf Wilschewski

Ein absolut unverzichtbarer Bestandteil einer Herzschmerz-Serie: die Intrigantin. Bei "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr, ARD) füllt künftig Nadine Warmuth diese wichtige Rolle aus. Voraussichtlich ab Dienstag, 9. Juli, wird die Vollblut-Berlinerin erstmals als kühles Biest Patrizia Dietrich zu sehen sein. Die gar nicht biestige 31-Jährige hat sich vor ihrer Entscheidung für die ARD-Daily viele Gedanken gemacht, ob sie wirklich noch einmal die Böse sein möchte. Schließlich kennt sie das schon aus der ZDF-Serie "Alisa - Folge deinem Herzen" (2009/2010). Am Ende überwog aber doch die Neugierde.

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Nadine Warmuth mag die Vielschichtigkeit ihrer neuen Rolle: "Nach außen hin wirkt sie stark und unkaputtbar, aber sie hat eine sehr verletzliche Seite."

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"Ja, ich bin nach München gezogen! Wer hätte gedacht, dass man das mal von mir hören würde", bekennt Nadine Warmuth fast so, als wäre ein Wechsel von der Hauptstadt in die bayerische Metropole irgendwie nicht ganz koscher. Gedreht wird die Bavaria-Produktion "Sturm der Liebe" in München und Umgebung, was die Großstädterin prompt nutzte, um ein bisschen mehr im Grünen wohnen zu können. Direkt am Nymphenburger Schlosspark im Münchner Westen ist Nadine Warmuth froh, nach Drehschluss dem Trubel entfliehen zu können. Den Berliner "Sozialstress" vermisst sie, wie sie zugibt, bislang überhaupt nicht. So ganz lösen kann sie sich von ihrer Geburtsstadt aber trotz allem nicht: "Um es mit Marlene Dietrich zu sagen: ich hab' noch einen Koffer in Berlin. Sogar eine ganze Wohnung."

Von München hat Nadine Warmuth, die seit Ende April Teil des "Sturm der Liebe"-Casts ist, in den vergangenen zwei Monaten noch nicht viel gesehen. Wohl aber von der Umgebung: "Am Wochenende fahre ich so oft ich kann in die Berge. Letzte Woche war ich am Tegernsee, in Bad Kreuznach, acht Stunden Wandern. Einfach mal den Kopf auslüften! In Berlin ist das nicht so einfach wie hier." Eine Sache gibt es aber, mit der sich die Brünette in ihrer neuen Stadt nicht so richtig anfreunden kann. Die Dirndl sind es nicht, davon hat sie sogar drei. Aber: "Ich war zwar schon auf der Wiesn, aber das ist für mich eher gewöhnungsbedürftig. Wenn ich noch mal hingehe, dann auf jeden Fall tagsüber."

Nicht allein wegen des Umzugs war Nadine Warmuths Entscheidung für "Sturm der Liebe" für sie von großer Tragweite. "Ein richtiger Pluspunkt war es für mich anfangs nicht, dass das Rollenangebot ein Biest war", erklärt die Darstellerin. "Ich habe den Anspruch an mich selbst, die Patrizia Dietrich, die ich jetzt spiele, von der ähnlich gestrickten Ellen Burg, die ich bei 'Alisa' spielte, abzusetzen. Ich möchte Dinge aus Patrizia herauszukitzeln, die nicht Schwarz auf Weiß im Drehbuch stehen."

Die "Sturm der Liebe"-Caster bewiesen mit ihrer Wahl ein gutes Auge: Nadine Warmuth sieht ihrer Kollegin Simone Ritscher, die in den letzten zwei Jahren als Doris van Norden am Fürstenhof intrigierte, optisch relativ ähnlich. Das Biest bleibt also eine elegant-kühle Dunkelhaarige, auch wenn sie künftig einen anderen Namen trägt.

"Patrizia Dietrich ist eine Frau, die weiß, was sie will", beschreibt "die Neue" ihren Serien-Charakter. "Nach außen hin wirkt sie stark und unkaputtbar, aber sie hat eine sehr verletzliche Seite und muss ihr Päckchen im Leben tragen. Keiner von uns kommt böse auf die Welt, sondern die Umstände machen uns zu dem, was wir sind. Das zu ergründen, finde ich viel spannender, als dem Zuschauer eine fixe Figur vor die Nase zu setzen, die einfach niederträchtig ist und Schluss." Überhaupt findet Nadine Warmuth: "Der oder die Böse ist doch immer am interessantesten! In solchen Rollen kann man als Schauspieler eine große Bandbreite bedienen, besonders weit vom eigenen Ich weggehen und muss ganz anders ansetzten als man es aus der persönlichen Erfahrung heraus tun würde."

Angst, in die berüchtigte Schublade gesteckt zu werden, hat sie nicht. Viel eher findet die Frau mit der jugendlichen Stimme, "dass man als Schauspieler froh sein kann, überhaupt eine Schublade zu haben. Es ist doch immer noch besser, öfter ähnliche Charaktere zu verkörpern, als für gar nichts zu stehen."

In den höchsten Tönen schwärmt Nadine Warmuth von dem Team "hier beim 'Sturm", mit dem sie an fünf Tagen pro Woche rund zehn Stunden täglich zusammenarbeitet. Einerseits habe sich der Branchen-Ruf von "Sturm der Liebe" in Sachen gute Arbeitsatmosphäre bewahrheitet. Andererseits stiegen in etwa zeitgleich noch sechs weitere neue Schauspieler ein, die frischen Wind an den Set bringen. Nicht der einzige "Frischling" zu sein, erleichtert den Einstieg an einem neuen Arbeitsplatz eben sehr - auch vor der Kamera.

Auf das Erfolgsrezept von "Sturm der Liebe" angesprochen, überhäuft Nadine Warmuth ihre Kollegen mit Lob. "Wenn wir eine Szene besprechen, merke ich, wie viele Gedanken sich alle um das machen, was sie da spielen. Das habe ich in anderen Produktionen schon ganz anders erlebt. Beim uns wird nicht nur stumpf ein Script abgedreht, sondern die Leute bringen ihre Ideen ein, machen sich über das Drehbuch hinaus Gedanken. Selbst die Kollegen, die schon seit Jahr und Tag dabei sind, legen eine tolle Ernsthaftigkeit an den Tag."

Privat gehört die Soap-Actrice "zu den Leuten, die sich gern die volle Serien-Dröhnung geben. Am liebsten schaue ich mir BBC- und HBO-Produktionen an, so was wie 'Mad Men'. Da kann sich das deutsche Fernsehen eine dicke Scheibe abschneiden. Immer noch wird hierzulande viel zu oft ein Unterschied zwischen hochwertigen Produktionen und Unterhaltungsfernsehen gemacht. Ich finde, dieser Gegensatz müsste gar nicht aufgemacht werden - andere Länder machen es uns vor."

In Dauerschleife kann sich Nadine Warmuth allerdings nur eine Serie anschauen: das britische Kostümdrama "Downton Abbey", das in der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts spielt. "Ich finde es irre, wie gut die Serie geschrieben und gedreht ist. Mir gefällt es, dass jede Figur zwischen Licht und Schatten schwankt. Wenn 'Downton Abbey' läuft, bin ich nicht mehr ansprechbar."

Agenturseite Nadine Warmuth

Homepage "Sturm der Liebe"

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