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Ende der Ungewissheit: Wrack von Missoni-Flugzeug gefunden

Caracas/Rom Ende der Ungewissheit: Wrack von Missoni-Flugzeug gefunden

Nach sechs Monaten ist die Ahnung Gewissheit geworden: Das Wrack des zweimotorigen Flugzeuges, das den italienischen Modeunternehmer Vittorio Missoni an Bord hatte, ist gefunden.

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Vittorio Missoni stürzte vor rund sechs Monaten mit dem Flugzeug ab. Foto: Daniel Dal Zennaro

Caracas. „Das Flugzeug YV2615 vom Typ Islander, das am 4. Januar 2013 die Route Los Roques-Maiquetia wurde geortet“, teilte der Sprecher des venezolanischen Innenministeriums, Jorge Galindo, auf Twitter mit. Damit ging eine lange Suche zu Ende. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz ergänzte, die Maschine sei nördlich des Archipels Los Roques in einer Tiefe von 76 Metern entdeckt worden. Deshalb sei es „leicht“, das Wrack zu heben.

Die Nachricht dürfte die Missoni-Familie erneut schwer treffen, auch wenn es nach monatelanger quälender Ungewissheit, vielleicht auch eine Erleichterung sein könnte. Sie musste in diesem Jahr schwere Schicksalsschläge verkraften. Erst verschwand das Flugzeug mit dem 58-jährigen Vittorio Missoni und seiner Ehefrau und dann starb im Mai Ottavio Missoni, der Gründer des gleichnamigen Fashion-Labels und der Vater Vittorios im Alter von 92 Jahren.

Die Familie hatte lange nach dem Verschwinden des Flugzeuges auf ein Wunder gehofft. Doch schon im Januar verdichteten sich die Hinweise auf einen Absturz, als ein deutscher Tourist eine Tasche fand, die vermutlich aus dem Flugzeug stammte, das sich am 4. Januar 2013 auf den Weg zum Festland machte.

An dem besagten 4. Januar, einem Freitag, stiegen die Eheleute Missoni mit einem weiteren italienischen Paar in die kleine zweimotorige Britten-Norman-Maschine „BN2“ Islander, die einen fast legendären Ruf als robustes Buschflugzeug und „Inselhopper“ hat. An Bord des Flugzeuges waren auch der venezolanische Pilot Hernán Merchán und dessen Co-Pilot José Ferrer.

Der letzte Funkkontakt war gegen 18.00 Uhr. Seitdem war die Maschine verschollen. Am dem Freitagabend wollten die Italiener von internationalen Flughafen Maiquetiá, rund 30 Kilometer von Caracas entfernt, zurück in ihre Heimat fliegen.

Familienmitglieder waren selbst nach Venezuela geflogen, um bei der Suche zu helfen. Der Sohn Vittorio Missonis, Ottavio, schloss lange Zeit andere Möglichkeiten für das Verschwinden des Vaters bis hin zu einer Entführung nicht aus. „Ein Flugzeug kann nicht einfach so verschwinden, auf einer so kurzen Strecke und ohne Spuren zu hinterlassen. Keiner wird uns davon überzeugen, bis das Gegenteil bewiesen ist“, hatte er im Januar gesagt. Nun ist die Stunde der traurigen Wahrheit gekommen.

Die Familie reagierte am Donnerstag in einem Statement auf die Nachricht aus Venezuela: „Die Familien danken der venezolanischen Regierung und der italienischen Regierung für ihren Einsatz, der die Suche möglich gemacht hat und vertrauen darauf, dass die Untersuchungen fortgesetzt werden bis die Ursache für das Unglück geklärt ist.“ Das Wrack sei mit Hilfe des US-Schiffes „Deep Sea“ geortet worden.

Die Kurzflugstrecke Los Roques-Maiquetia ist nicht ungefährlich. Bereits vorige Woche hatten die venezolanischen Behörden mit Hilfe eines US-Spezialschiffes das Wrack eines anderen Flugzeuges geortet, das 2008 auf der gleichen Route nur in umgekehrter Richtung mit 14 Menschen an Bord ins Meer gestürzt war.

dpa

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