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Stars "Ich interessiere ich mich für Autos - dafür kann ich nichts"
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22:47 24.06.2013
"Die Theorie habe ich sofort bestanden": Auch Moderatorin Panagiota Petridou hatte dereinst so ihre Schwierigkeiten mit der Fahrprüfung. Quelle: vox / Bernd-Michael Maurer

Eine Viertelstunde zu früh klingelt das Telefon, und aus ihrem Auto meldet sich Panagiota Petridou gut gelaunt zum Interview. Die 33-jährige Powerfrau aus Solingen ist mit ihrem Mini-Cooper S (184 PS) auf dem Weg zu Dreharbeiten der TV-Sendung "Biete Rostlaube, suche Traumauto", die sie seit einigen Monaten auf vox moderiert. Darin nimmt sich die Frau, der schon der Titel "beste Autoverkäuferin Deutschlands" attestiert wurde, Schrottkarren an, pimpt sie auf, um sie dann mit Mehrwert weiterzuverkaufen und am Ende ihre Kunden mit dem Wunschwagen zu überraschen. Das gelingt der Blondine, die nicht nur aufgrund ihrer griechischen Wurzeln, sondern auch aufgrund ihres Äußeren als Jennifer Anistons Doppelgängerin durchgeht, außergewöhnlich gut. Wie so vieles in ihrem Leben: Panagiota behauptete sich auf dem von Männern dominierten Automarkt, schaffte es nebenbei noch als Handballerin in die Regionalliga und angelte sich jetzt auch noch eine zweite Fernsehsendung - und das, ohne jemals eine mediale Ausbildung absolviert zu haben. "Abgewürgt und ausgebremst - Deutschlands schlechtester Autofahrer" heißt die achtteilige Autofahrer-Show, in der übermütige Raser und unsichere Angsthasen beweisen müssen, dass sie keine Gefährdung für den Straßenverkehr darstellen. Die Show, bei der niemand gewinnen möchte, startet am Dienstag, 16. Juli, um 20.15 Uhr, bei vox.

teleschau: Zu Ihrer Show "Abgewürgt und ausgebremst - Deutschlands schlechtester Autofahrer" hat sich doch garantiert niemand freiwillig angemeldet, oder?

Panagiota Petridou: Nein. Freiwillig hat sich tatsächlich niemand beworben. Es waren die Väter, besten Freunde und Partner, die die Fahrer verraten und bei der Show angemeldet haben. Viele der Teilnehmer waren sich gar nicht bewusst, dass sie derart schlechte Autofahrer sind.

teleschau: Wer so eine Show moderiert, sollte selbst sehr gut Auto fahren können. Ist dem so?

Petridou: Nach zehn Jahren in diesem Männerjob, da kannst du Auto fahren, das glaub mir aber! (lacht) In den Showrooms von BMW musste ich als Autoverkäuferin zum Beispiel Autos millimetergenau platzieren - da will man sich ja nicht die Blöße geben und lernt schnell. Nach so viel Kontakt mit Autos kann ich also mit Gewissheit sagen, dass ich eine sehr, sehr gute Autofahrerin bin.

teleschau: War das immer so oder gab es Startschwierigkeiten, zum Beispiel bei der Führerscheinprüfung?

Petridou: Die Theorie habe ich sofort bestanden ... Durch die praktische Prüfung bin ich allerdings nach sechs Minuten durchgefallen. (lacht.) Ich hatte den Motor abgewürgt und ihn vor lauter Aufregung nicht mehr zum Laufen gekriegt. Ich habe dann "Ah, Hilfe!" gerufen - denn damals war ich echt noch so ein Mädchen! Der Prüfer musste daraufhin den Zündschlüssel umdrehen und bat mich, zum Ausgangspunkt zurückzufahren. Ich fragte ihn: "Ach super, habe ich so schnell schon bestanden? Ich hatte nicht verstanden, dass ich durchgerasselt war."

teleschau: Also waren Sie bereits als "Mädchen" von Ihren Fahrfähigkeiten überzeugt. Dann lassen Sie sicherlich heutzutage als gestandene Frau erst recht keinen anderen als Steuer, oder?

Petridou: Ich bin tatsächlich eine schlechte Beifahrerin. Aber wenn ich mich zum Beispiel noch schminken muss, lass ich auch mal den Mann fahren.

teleschau: In Ihrer Karriere als Autoverkäuferin haben Sie sich auch nie von Männern von Ihrem Posten verscheuchen lassen …

Petridou: Nein. Obwohl meine Kollegen am Anfang mutmaßten: Die Panagiota wird es nicht lange machen. Ich war damals eine der ganz wenigen Frauen im Verkauf, und, kein Witz, man hielt mich häufig für die Putzfrau. Die Kunden dachten: "Das kleine Mädchen kann ja nicht bei BMW Autos verkaufen!" Manche baten mich, einen Verkäufer zu holen. Nach drei Wochen hatte ich dann aber bereits meinen ersten Neuwagen verkauft und bewies im Laufe der Zeit, dass es sich um Können und nicht um Glück handelt: Über Jahre hinweg war ich Deutschlands erfolgreichste BMW-Autoverkäuferin.

teleschau: Die Zeiten haben sich schnell geändert. Heute kommen die Leute sicherlich ins Geschäft, um die schöne TV-Moderatorin bei der Arbeit im Autohaus zu bestaunen, oder?

Petridou: Ich arbeite trotz der TV-Jobs noch immer ein- bis zweimal pro Woche als Autoverkäuferin, und ja, es kommen auch Kunden, nur um mich zu sehen und nicht, um ein Auto zu erwerben. Deshalb habe ich jetzt auch ein verstecktes Büro.

teleschau: Schade, denn verstecken müssten Sie sich nun ganz und gar nicht. Mit Ihrer blondierten Mähne, den High-Heels und den Miniröcken kokettieren Sie mit Ihrer Weiblichkeit, was ja in dieser von Männern dominierten Branche nicht unbedingt üblich ist.

Petridou: Zum Glück muss eine Frau keine Latzhose tragen, voll tätowiert sein und die Haare rasiert haben, um in der Automobilbranche erfolgreich zu sein. Man kann durchaus hübsch und sexy sein und trotzdem erfolgreich. Ich habe einfach Spaß an der Mode und deshalb kleide ich mich so ... Ich interessiere mich für Autos - dafür kann ich nichts! Das ist halt mein Beruf.

teleschau: Aber gutes Aussehen schadet garantiert nicht beim Autoverkaufen.

Petridou: Ich ziehe mich nicht bewusst sexy an um ein Auto zu verkaufen, aber es ist schon von Vorteil, keine Zucchini im Gesicht zu haben, das stimmt.

teleschau: Was sagen eigentlich Ihre griechischen Verwandten zu Ihrer Show "Biete Rostlaube, suche Traumauto" - wäre das kein tolles TV-Format für das gebeutelte Land? Da fahren doch garantiert viele Rostlauben herum, und schließlich geht es in der Sendung auch ums Geldsparen.

Petridou: Die sind stinkesauer und sagen: "Wie kannst du denn in Deutschland den Leuten helfen, wenn wir uns hier in Griechenland mit fünf Personen ein altes Auto teilen? Warum hilfst du uns nicht?" Das tut mir leid, vor allem weil ich echt gerne eine griechische Version der Sendung machen würde. Die hätte dann einen Namen wie "Altes Gyros wird getauscht gegen ..."

teleschau: Oder "die Mutter Gottes versorgt Griechenland mit neuen Autos" ... Denn Ihr Name "Pangiota" bedeutet ...

Petridou: ... tatsächlich wörtlich übersetzt "die Mutter Gottes". Das ist dann immer lustig, wenn ich in einem Dorf in Griechenland an der Bar stehe und neben mir sitzt ein Stavros und daneben ein Stratos. Denn unseren Namen nach fragt die Bedienung dann: Mutter Gottes, Bundeswehr, Kreuz - wollt ihr ein Bier? Das ist sehr lustig.

teleschau: Nehmen Sie es auch mit Humor, dass viele Leute aus Ihrem Vornamen Panagiota "panna cotta" machen?

Petridou: So nannten mich schon die Kinder im Kindergarten. Ich habe aber erst mit sechs Jahren verstanden, dass panna cotta kein frei erfundenes Wort ist, sondern eine italienische Nachspeise. Mittlerweile sehe ich das entspannt. Auch mit meinem Nachnamen Petridou machen die Menschen, was sie wollen: Frau Pompidou oder Pipilotta - alles schon gehört.

vox-Homepage zu "Abgewürgt und ausgebremst"

Panagiota Petridou bei Facebook

vox-Homepage "Biete Rostlaube, suche Traumauto"

teleschau

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