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Stars Kürbis mit Stammbaum - Gute Gene für großen Nachwuchs
Nachrichten Panorama Stars Kürbis mit Stammbaum - Gute Gene für großen Nachwuchs
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04:35 02.11.2012
Die Kürbis-Saison ist längst eröffnet. Quelle: Horst Ossinger
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Blomesche Wildnis

„Schlachtfest“ in Orange: Um Halloween zerlegt der Gemüsezüchter Jörn Meyer seine Riesenkürbisse, damit er an ihre „inneren Werte“ herankommt: die Samen. „Sie sind das Wichtigste bei der Kürbiszucht“, sagt der 43-Jährige aus Blomesche Wildnis in Schleswig-Holstein.

Die Samen könnten ihm durch Vererbung ihrer Giganten-Gene helfen, auch im nächsten Jahr wieder Kürbisse von einigen hundert Kilogramm zu ernten - und bei der Deutschen Kürbis-Meisterschaft mitzumachen. „In diesem Herbst habe ich es auf den 6. Platz geschafft. Mein Kürbis wog 555,4 Kilogramm“, sagt Meyer.

Je nach Herkunft - und persönlichem Ehrgeiz - zahlen Kürbiszüchter Meyer zufolge für Samen der Riesensorte Atlantic Giant Spitzenpreise. „In den USA oder Kanada kann ein Korn etwa 100 bis 120 Dollar kosten. Man zahlt dabei eigentlich nicht für das Korn, sondern die Gene“, sagt er. „Zu den Samen wird ein Stammbaum angegeben, mit dem aktuellen Gewicht und wie schwer die "Eltern" waren“, erzählt der Züchter. Allerdings: Reine Vererbungslehre garantiert noch keinen Riesenerfolg. Beim Pflanzen im Frühjahr gibt es einiges zu beachten.

Meyer rät: „Der Boden muss gut vorgedüngt und humusreich sein.“ Auch wichtig: viel Wasser, Wärme (etwa im Folientunnel), Platz. „Rund 40 Quadratmeter sind für eine Kürbispflanze ideal“, sagt der Züchter. Anfangs lasse er mehrere Früchte an der Hauptranke wachsen. Langsam würden dann nach und nach Früchte entfernt. Nur die größte und kräftigste bleibe schließlich übrig. „Dann ist wichtig, die Ranken zurückzuschneiden, damit die ganze Power in die Frucht geht“, sagt Meyer. Rund 17 Kilogramm habe sein aktueller Kürbis an manchen Tagen zugelegt. „Das ist faszinierend zu beobachten.“

In den vergangenen Jahren habe sein Ehrgeiz etwas nachgelassen, erzählt der Kürbiszüchter. Denn bei den Wettbewerben habe man gegen Süddeutsche kaum eine Chance. „Die haben einfach das bessere Klima. Ich habe schon einmal einen Bonus für Norddeutsche angeregt, aber das konnte ich nicht durchsetzen“, lächelt der Schleswig-Holsteiner.

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