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22:54 05.07.2013
"Ich fühle mich definitiv mehr zu Dingen hingezogen, die sich nicht so leicht definieren lassen": Elijah Wood mag es lieber ungewöhnlich. Quelle: ProSieben / 2011 FX Networks, LLC
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Der Frodo-Fluch verfolgte Elijah Wood lange Zeit. Mit der Rolle des kleinen, spitzohrigen Hobbits schrieb der Schauspieler mit den großen blauen Augen in Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Filmen Kinogeschichte. Doch der heute 32-Jährige wollte raus aus Mittelerde. Mit harten bis brutalen Filmen wie "Hooligans" (2005), "Oxford Murders" (2008) und zuletzt "Alexandre Ajas Maniac" (2012) versuchte Wood nach Kräften, sein knuffiges Kobold-Image abzustreifen. Dass er nicht nur Drama und Krawall, sondern auch Comedy draufhat, beweist Wood mit der abgefahrenen US-Sitcom "Wilfred", die ProSieben ab 17.06., immer montags, um 23.10 Uhr, ins Programm nimmt. Ein Fest für alle, die schon immer wussten, dass in diesem Mann mehr steckt als Frodo Beutlin. Und für alle anderen auch.

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Zum ersten Mal wagt sich Elijah Wood ins Komödien-Fach. Das hätte er schon viel früher tun sollen.

Das Schöne an "Wilfred": Die Story ist so richtig schön gaga. Elijah Wood spielt einen jungen Mann namens Ryan, der nicht mehr leben will und seinen Suizid plant. Die Sache geht schief, und der Lebensmüde bekommt zusätzlich zu seiner Todessehnsucht noch eine kleine Wahrnehmungsstörung: Ein Freak im Hundekostüm quartiert sich bei Ryan ein, den alle anderen Menschen als stinknormalen Köter namens "Wilfred" wahrnehmen. Alle - außer Ryan. Dieser Typ im Hundekostüm, der es sich in Ryans Wohnung bequem macht, ihm Unflätigkeiten an den Kopf wirft und seinen Genitalbereich an Möbeln reibt, treibt dem depressiven, gebrochenen Ex-Anwalt regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn und die Schamesröte ins Gesicht. Er hilft ihm aber auch, seinen Lebensmut zurückzugewinnen.

"Ich fühle mich definitiv mehr zu Dingen hingezogen, die sich nicht so leicht definieren lassen", sagte Elijah Wood in einem Interview mit dem Dienst "Collider" über die Serie. "Konvention hat durchaus ihre Vorteile, aber es ist viel interessanter, weniger ausgetretene und damit auch faszinierendere Pfade einzuschlagen. Auch wenn das mehr Herausforderung bedeutet."

Vielleicht war es gerade die Tatsache, dass Elijah Wood vor "Wilfred" noch nie im Komödien-Genre gearbeitet hatte, die den Amerikaner von dem Projekt überzeugte. "Als ich das Drehbuch das erste Mal las, war ich hin und weg. Es war anders als alles, was ich zuvor im Fernsehen gesehen hatte: Extrem lustig, gleichzeitig intellektuell, eigenartig und irgendwie schwierig zu beschreiben, was meiner Meinung nach immer etwas Gutes ist." Außerdem habe es ihn sofort überzeugt, dass Jason Gann, Erfinder und Darsteller des gleichnamigen australischen Originals, sich auch in der US-Version das Hundekostüm überstreift.

Mit seiner Rolle des depressiven Ryan habe er selbst wenig gemein, erklärt Elijah Wood, der seit seinem achten Lebensjahr vor der Kamera steht. "Er ist jemand, der viel zu lange einen Weg ging, den er sich nie selbst aussuchte. Immer hörte er auf seine Familie und machte das, was andere von ihm erwarteten, anstatt seinen eigenen Interessen zu folgen. So einen gebrochenen Charakter zu spielen, der sich einem ständigen inneren Kampf befindet, reizt mich - vor allem im Rahmen einer Comedy-Serie."

Obwohl Elijah Wood zwischen den einzelnen "Herr der Ringe"-Filmen viele sehr verschiedene Rollen spielte, so richtig loswerden konnte den Frodo-Fluch nie. Bis jetzt. In einem Interview mit "Digital Spy" freute sich der Mime: "Es ist unglaublich erfrischend, dass mich die Leute auf der Straße jetzt aus 'Wilfred' kennen und wir so viel positives Feedback bekommen."

Trotzdem: "Er wird nie ganz verschwinden", sinnierte der in Iowa geborene Amerikaner im britischen "Guardian" über Frodo Beutlin. "Die 'Herr der Ringe'-Filme sind nicht einfach nur Filme, sie haben auf extreme und wahrscheinlich auch unumkehrbare Weise Eingang in die Popkultur gefunden." Ende 2014 jedoch wird Elijah Wood zum allerletzten Mal als Hobbit im Kino zu sehen sein. Dann beendet der letzte Teil der Prequel-Trilogie "Der Hobbit: Hin und zurück" die "Herr der Ringe"-Reihe endgültig. Allzu wehmütig wird der Hauptdarsteller, der sich längst etabliert hat und schon mit Hollywood-Größen wie Mel Gibson, Sir Anthony Hopkins und Sharon Stone drehte, seinem Ende als Frodo nicht entgegenblicken. Auf ihn warten neue Aufgaben.

Mit seiner "Herr der Ringe"-Vergangenheit hält er es wie mit dem wertvollen Geschenk, das er von Regisseur Peter Jackson als Erinnerung an die Dreharbeiten bekam. Jackson schenkte ihm neben dem elbischen Dolch "Stich" und ein Paar Hobbit-Füßen auch "den Einen Ring". Der sei heute in einem kleinen Beutel verstaut, der sich wiederum in einer Schachtel befände, verriet Wood. "Ich schätze das ist angesichts der Geschichte ein auf eigenartige Weise angebrachter Aufbewahrungsort: 'Halte ihn geheim, bewahre ihn gut'.

Fanpage Elijah Wood

Elijah Wood bei Twitter

Homepage "Wilfred"

teleschau

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