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Römisches Lager bei Hannover entdeckt

Hannover Römisches Lager bei Hannover entdeckt

Hohes, grünes Getreide? Das sieht doch ganz nach den Strukturen eines Römerlagers aus, dachten Forscher beim Blick auf Luftbilder aus der Nähe von Hannover. Sie hatten recht.

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Eine römische Münze aus dem 1. Jahrhundert v. Chr.

Quelle: Peter Steffen

Hannover. Sensationeller Fund in der Nähe von Hannover: Forscher haben im niedersächsischen Wilkenburg ein römisches Heerlager aus der Zeit um Christi Geburt entdeckt.

„Es gehört zu den größten rechts des Rheins, mindestens 20 000 Mann hatten dort Platz“, sagte Archäologe Salvatore Ortisi von der Universität Osnabrück.

Für die Wissenschaftler hat der Fund der Anlage mit einer Fläche von etwa 30 Hektar eine große Bedeutung, denn es ist das erste Heereslager, das in der norddeutschen Tiefebene entdeckt wurde. Damit gibt es einen konkreten Nachweis des römischen Militärs in dieser Region.

Bei Ausgrabungen fanden die Archäologen römische Sandalennägel und Kupfermünzen, die als Soldatengeld verwendet wurden. „Das Lager wurde nur ein bis drei Nächte genutzt und dann wieder aufgegeben, weil das Heer weiterzog“, sagte Ortisi. Die Größe lasse auf einen Kampfverband schließen. Das Lager sei in typisch römischer Bauweise angelegt worden, mit Wehrgräben, die unten spitz zulaufen. „Auch eine Toranlage am höchsten Punkt des Platzes können wir nachweisen“, sagte Ortisi. 

Die Wissenschaftler waren durch Luftbilder auf die Grabenstrukturen des Lagers aufmerksam geworden. „Es gibt Bewuchsmerkmale, die sich an der Oberfläche abzeichnen“, erläuterte Landesarchäologe Henning Haßmann. Wo früher Vertiefungen waren, wachse das Getreide etwas höher und sei grüner, das sehe man auch noch Tausende Jahre später.

Die Forscher wollen nun in der Anlage nach weiteren Hinweisen suchen und möchten ein Forschungsprojekt anstoßen. Allerdings laufe derzeit ein Planfeststellungsverfahren für den Kiesabbau auf dem Gelände. Die Forscher möchten das Römerlager aber gern erhalten.

dpa

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