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Sisi fasziniert auch 175 Jahre nach ihrer Geburt

Wien Sisi fasziniert auch 175 Jahre nach ihrer Geburt

Das gutherzige Mädl, dass sich vom gemeinen Hof und der bösen Schwiegermutter nicht brechen lässt.Herzlose Mutter, Verschwenderin und kalte Ehefrau, deren einzig erotische Wallung bei der Betrachtung des eigenen Spiegelbilds entsteht.

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Eine Skulptur von Kaiserin Elisabeth im Sisi-Museum in der Wiener Hofburg. Foto: SKB

Wien. der Betrachtung des eigenen Spiegelbilds entsteht. „Es geht immer um dieses "Sisi - Mythos und Wahrheit" Klischee“, sagt die Kuratorin des Wiener Sisi-Museums, Olivia Lichtscheidl. Für sie liegt die echte Elisabeth von Österreich-Ungarn (1837-1898) irgendwo dazwischen.

Doch egal, ob gut oder böse - Sisi verkauft sich und fasziniert seit Jahrzehnten Touristen von Japan bis Europa. Sie sei wohl die international populärste Gestalt aus den Reihen der Habsburger, schreiben Österreichs Bundesregierung und Historiker auf habsburger.net: „Ihr unkonventioneller Lebenswandel und ihre facettenreiche Biografie, vereinfacht auf Schlagwörter wie "Schönheitskult" und "tragisches Schicksal", machten sie zu einer Ikone der Marke "Habsburg", die sich nebenbei auch gut vermarkten lässt.“

Auf Tassen, als Schneekugel oder Zuckerspender ist die Dame in Wien omnipräsent. Zum 175. Geburtstag am 24. Dezember bekam die schillernde Schöne beispielsweise mehrere Ausstellungen, etwa zu ihrer Korfu-Reise, sowie eine Neuauflage des „Elisabeth“-Musicals im Raimund Theater. Zuletzt kam die konservative ÖVP auf die Idee, die Hermesvilla als kaiserlichen Jagdsitz im Lainzer Tiergarten in „Sisis Home“ umzubenennen und so für Touristen zu vermarkten. Dass sich die Kaiserin in dem Schlösschen selbst kaum aufhielt, störe wohl nicht, lästerte die „Wiener Zeitung“: „Was sind schon historische Fakten, wenn das große Geld winkt?“

Zu ihrer Lebenszeit wurde die exzentrische und meist auf Reisen weilende Kaiserin kaum wahrgenommen, der Kult begann erst nach ihrem tragischen Tod durch ein Attentat 1898 mit einer Feile in Genf: „Wäre sie an Altersschwäche gestorben, würde man heute sicher nicht mehr so viel von ihr sprechen“, sagt Lichtscheidl. In ihrem Museum sind frühe Merchandising-Produkte wie Tassen und Medaillons zu sehen, mit denen man kurz nach ihrem Tod das Volk für das Kaiserhaus zu begeistern versuchte.

Sisis internationaler Durchbruch kam dann in den 50er Jahren mit der Film-Trilogie von Ernst Marischka mit Romy Schneider als süßer „Sissi“ (mit einem „s“ zu viel) und Karlheinz Böhm als „Franzl“.

Dass ihr echtes Leben anders war, zeigt das Museum in verschiedenen Räumen zu ihren Lebensabschnitten: Als noch sehr kindlicher Teenager wird die bayerische Prinzessin mit ihrem Cousin Franz Joseph (1830-1916) verheiratet. Am Hof in Wien fühlt sie sich nie wohl, über das Glück der Ehe gehen die Meinungen auseinander. „Sie wissen gar nicht, wie sehr ich diese Frau geliebt habe“, soll Franz Joseph nach Elisabeths Ermordung ausgerufen haben.

Sisi selbst sah in ihm nach Meinung Lichtscheidls nach anfänglicher Bewunderung später eher einen Freund. Seine Geliebte Katharina Schratt soll sie ihm geradezu ins Bett gelegt haben. „Ich glaube, dass sie zu den Frauen gehörte, die so extrem schön und gepflegt sind, dass sie nicht angefasst werden wollen“, sagt die Kuratorin. Das Risiko zerzauster Haare, ein schwitzender Mann - nichts für eine Kaiserin mit Fünf-Kilogramm-Haarpracht, deren Pflege täglich drei Stunden in Anspruch genommen haben soll. Dazu kamen stets weitere Schönheitsprozeduren und ein Sportprogramm.

„Sie ist die schönste Frau Europas - das weiß sie und daran arbeitet sie“, sagt die Kuratorin. Wo sie auftrat, begeisterte Sisi mit ihren Modelmaßen: Mit 172 Zentimetern war sie größer als Franz Joseph, hatte einen großen Busen („Wir haben rekonstruiert - Körbchengröße D“), mit 50 Zentimetern eine extrem schmale Taille und braune Locken bis zum Boden. Je älter sie wurde, desto weniger zeigte sie sich öffentlich, kämpfte mit Depressionen und war rastlos auf Reisen. Bilder von der alternden Sisi gibt es nicht. „Wir wissen heute nicht, wie faltig sie war“, sagt Lichtscheidl. Damit habe sie ihren eigenen Mythos geschaffen.

Nach Jahrzehnten der Verherrlichung wird die extravagante Kaiserin heute aus Sicht der Kuratorin manchmal zu harsch mit Attributen wie „schlechte Mutter“ oder „medikamentenabhängige Irre“ abgeurteilt. Dass sie nach dem Tod ihrer zweijährigen Tochter Sophie zum Kind direkt danach keine Beziehung aufbauen konnte, sei psychologisch erklärbar. Dennoch, ein wirklich nettes Bild von Sisi hat auch die Kuratorin nicht: „Ich finde sie interessant, aber nicht sympathisch. Sympathisch sind Menschen, die offen und warmherzig sind - das war sie nicht.“

dpa

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