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22:56 21.06.2013
"In Deutschland fehlt es ein bisschen an Tradition." Moderatorin Johanna Klum will das Tanzen mit der neuen ProSieben-SAT.1-Show "Got To Dance" nach vorne bringen. Quelle: SAT.1 / ProSieben / Paul Ripke
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Früher fragte sich vielleicht noch der ein oder andere Zuschauer, wer die bildhübsche zarte Brünette an der Seite von Stefan Raab beim "Bundesvision Song Contest" eigentlich ist. Die Zeiten, als man die ehemalige MTV-Moderatorin Johanna Klum noch als Nachwuchstalent im TV bezeichnen konnte, sind allerdings vorbei. Die 32-jährige Berlinerin moderiert Shows bei ProSieben, sie fördert junge Musik-Talente im Kinderkanal und spricht über Fußball bei Sky. Sogar einen Mode-Videoblog unterhält das ehemalige Model im Netz. Nun kommt noch eine nicht gerade leichtgewichtige Aufgabe hinzu. Die mit großen Ambitionen bei ProSieben und SAT.1 startende Tanzshow "Got To Dance" (ab Donnerstag, 20.06., 20.15 Uhr) soll im Stile von "The Voice Of Germany" Maßstäbe in Sachen Unterhaltung in deutschen Fernsehen setzen - so jedenfalls stellt sich das die produzierende Sendergruppe vor. Doch die Frage ist berechtigt: Kann man mit einer Tanzshow ohne Promis im Land der als hüftsteif geltenden Teutonen wirklichen Erfolg haben?

teleschau: Frau Klum, sind Sie jemand, der selbst gerne tanzt?

Johanna Klum: Ich liebe es zu tanzen, weil es mir tierisch gute Laune macht. Ich tanze aber lieber, wenn keiner zuschaut. Und was den Stil betrifft: Ich bin ein HipHop-Mädchen, aber ich hüpfe und springe auch mal zu Rock und hadbange zu den Foo Fighters.

teleschau: Und das alles machen Sie zu Hause?

Johanna Klum: Ja, und auf Festivals oder Konzerten. Auch privat feiere und tanze ich gerne.

teleschau: Warum sieht man Sie nicht im Club tanzen?

Johanna Klum: Das habe ich früher super gerne gemacht. Aber ich fühle mich nicht besonders wohl, wenn beim Tanzen zehn Smartphones auf mich gerichtet sind. Damit muss man leben, wenn einen die Leute aus dem Fernsehen kennen. Aber es fördert eben nicht gerade meine Lust, in der Öffentlichkeit zu tanzen.

teleschau: Was unterscheidet Ihre neue Show "Got To Dance" von anderen Tanzshows?

Johanna Klum: "Got To Dance" ist die erste Show im deutschen Fernsehen, die tanzbegeisterten Menschen die ganz große Bühne gibt. Wir reden also nicht von Promis, denen Tanzen beigebracht wird, sondern von echten Talenten. Es geht um Menschen, die für das Tanzen leben und das auch zeigen wollen.

teleschau: Worin liegt der Reiz beim Zuschauen?

Johanna Klum: Ich glaube, wenn jemand das Talent hat, seine Gefühle beim Tanzen auszudrücken, entfacht das eine ungeheure Kraft. Dann kann das beim Zuschauen wirklich berühren. Natürlich auch in Kombination mit toller Musik. Mir persönlich ging es so, dass mir die Auftritte der Kandidaten, die ich bisher gesehen habe, wahnsinnig ans Herz gingen. Das englische Original der Show hat mich förmlich umgehauen. Dass es in Deutschland aber ebenso tolle Talente gibt, haben mir die ersten Auditions ganz klar bewiesen.

teleschau: In Deutschland scheiterten bereits einige Tanzshows im TV. Ist es hierzulande schwieriger, die Menschen mit so etwas zu begeistern, als in den USA oder Großbritannien, wo Tanzen als Lifestyle einfach etablierter ist?

Johanna Klum: In Deutschland fehlt es tatsächlich etwas an Tradition, was man allein daran sieht, dass sich bisher kaum eine Show dem Tanzen gewidmet hat - abseits von Promi-Formaten. Ich glaube aber, dass dies aufgrund der vielen tollen Talente funktionieren kann. Im Tanzen stecken ganz viel ungenutztes Potenzial, Gefühl und Talent. Deshalb freue ich mich riesig auf diese Show.

teleschau: Kann man die Tänze so von der Kamera einfangen, dass die Begeisterung im Saal auch zum Fernsehzuschauer überschwappt?

Johanna Klum: Darauf kommt es natürlich an bei diesem Format, anders wird es nicht funktionieren. Sieht man das englische Original, staunt man wirklich über die sensationellen Bilder, vor allem die der 360-Grad-Kamera. Da entstehen Bilder, die an die "Matrix"-Filme erinnern. Wir nutzen dieselbe Technik wie die Engländer. Ich bin ich mir sicher, dass "Got To Dance" optisch Maßstäbe setzen wird.

teleschau: Was hat Sie beim Ansehen des englischen Originals am meisten bewegt?

Johanna Klum: Dass es immer wieder unvorhersehbar ist, wie ein Mensch tanzt. Zuerst lernt man die Kandidaten in kleinen Einspielfilmen kennen. Dabei erfährt man aber nicht unbedingt, welche Art von Tanz oder Ausdruck sie bei ihrer Performance auf die Bretter bringen. Wenn es dann live im Studio losgeht, ist das ein ungeheuer spannender Moment. Dass man die Bewegungen, die man dort sieht, nicht unbedingt mit dem Menschen zusammenbringt, den man vorher im Film kennengelernt hat, darin liegt - für mich jedenfalls - eine ungeheure Spannung. Zudem habe ich dort Tanzstile gesehen, für die ich noch nicht mal einen Namen habe. Auch das fand ich absolut faszinierend.

teleschau: Ist "Got To Dance" vor allem ein weibliches TV-Format? Schließlich findet man ja auch in tanzorientierten Kursen im Fitnessstudio vorwiegend Mädchen und Frauen....

Johanna Klum: Ich habe das englische "Got To Dance" einigen männlichen Kumpels vorgespielt, und die waren absolut baff. Das klassische Genre mag in der Breite weiblich geprägt sein. Aber denken sie mal an all die HipHop-Styles - wie zum Beispiel "krumping" oder "popping" -, so etwas machen deutlich mehr Männer als Frauen. Diese Art Tanz ist ja nicht zuletzt auch eine sportliche Höchstleistung.

teleschau: Wie läuft die Show ab?

Johanna Klum: Es gibt drei Auditions, in denen die Tänzer vorgestellt werden und sich vor der Jury beweisen müssen. Nur wer alle drei Juroren überzeugt, schafft es in die anschließenden drei Liveshows - zwei Halbfinals und ein Finale. In den Live-Shows entscheiden am Ende die Zuschauer, wer weiterkommt. Der Sieger erhält 100.000 Euro.

teleschau: Was machen Sie derzeit, wenn Sie nicht gerade für "Got To Dance" arbeiten?

Johanna Klum: Ich habe ein kleines, aber feines Fashion-Format im Netz, das heißt "Two For Fashion TV". Da treffe ich spannende deutsche Designer, die uns schon etwas über ihre Kollektion verraten. Außerdem geht es bald wieder los mit der neuen Staffel "Dein Song" auf dem Kinderkanal. Das ist wirklich ein Herzensprojekt für mich. Ich mache das ja auch schon in der fünften Staffel. Ich bin total begeistert von diesen Talenten: Komponisten, Musiker - und alle blutjung oder tatsächlich noch Kinder. Es geht nicht um das Auftreten oder wie wenig man anziehen kann. Es geht tatsächlich um die Lieder, die diese Kids schreiben. Die sie uns und dem Publikum anvertrauen. Das ist ein wunderschönes Format.

teleschau: Mode und Musik sind die Dinge, die Sie am meisten interessieren?

Johanna Klum: Das und Fußball.

teleschau: Fußball?

Johanna Klum: Na ja, ich moderiere ja auch eine Sendung auf Sky mit Oliver Pocher. Aber unabhängig davon interessiere ich mich schon seit vielen Jahren sehr für den Sport. Auch, wenn ich aus einem Elternhaus komme, in dem das nicht so furchtbar angesagt war. Ich musste mir das also selbst erarbeiten (lacht).

teleschau: Gibt es auch einen Verein, für den Sie schwärmen?

Johanna Klum: Als Berlinerin habe ich natürlich immer ein Auge auf der Hertha. Ich freue mich sehr, dass sie wieder zurück ist in der Bundesliga. Aber ich habe auch eine ganze Weile im Pott gelebt, als ich noch für den WDR gearbeitet habe. Da muss man sich natürlich entscheiden: Ist man für Schalke oder Dortmund? Bei mir ist es Dortmund geworden. Diese Champions-League-Saison hat mich deshalb sehr aufgewühlt. Nach einigen Partien war danach zwei Tage lang meine Stimme weg.

teleschau: Träumen Sie davon, beruflich andere Dinge als Moderation zu machen?

Johanna Klum: Ich würde gern mal in einem schönen deutschen Film mitspielen. Früher habe ich mich an Schauspielschulen beworben, bin dann aber in die Moderation reingerutscht. Meine Liebe für das Schauspiel ist aber auf jeden Fall da. Dennoch muss ich sagen: Ich liebe diesen Moderationsberuf. Ich liebe es, zu unterhalten und Dinge zu präsentieren, Menschen zusammenzuführen. Wenn es dazu thematisch so breit gefächert ist wie bei mir, finde ich diesen Job alles andere als langweilig. Ich kann mir gut vorstellen, das noch ziemlich lange zu machen.

Homepage Johanna Klum

"Dein Song" beim Kinderkanal

"Two For Fashion" mit Johanna Klum

Johanna Klum bei Facebook

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