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Stars Yoga statt Kung Fu
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22:57 21.06.2013
In der Rolle der Tochter eines Kampfkunstmeisters teilt Zhang Ziyi in "The Grandmaster" ordentlich aus. "Privat stehe ich allerdings mehr auf Yoga." Quelle: Wild Bunch Germany
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Foshan, Südchina, 1930: Um seine Nachfolge zu regeln, versammelt der legendäre Kung-Fu-Meister Gong Bao-Sen (Wang Qing-Xiang) die ganz Großen sämtlicher Kampfstile. Doch es kommt zu einer Intrige um die Macht, die der Alte mit dem Leben bezahlt. Fortan sinnt seine Tochter Er (Zhang Ziyi) auf Rache. Dabei kreuzt ihr Weg den des Wuxu-Kämpfers Ip Man (Tony Leung), der später als Lehrmeister von Bruce Lee bekannt werden sollte. Die poetischen Bilder von Regisseur Wong Kar-Wai und Zhang Ziyis Körperbeherrschung ergänzen sich in "The Grandmaster" (Start: 27.6.) perfekt zu grandiosem Kampfkunstkino. Privat geht es Zhang Ziyi friedlicher an: Die 34-Jährige liebt Yoga, Klamottenshopping und die gedämpften Dim-Sum-Knödel ihrer Heimat.

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Zhang Ziyi freut sich darauf, bald wieder mit ihrer Familie am Tisch zu sitzen. "Wir Chinesen sind ein sehr wuseliges Volk und ständig mit irgendetwas zugange. Man hat deshalb nicht oft Gelegenheit, Zeit mit seiner Familie zu verbringen und diese wenigen Gelegenheiten nutzt man intensiv."

teleschau: Wie historisch genau ist die Geschichte von Ip Man, der vor den Japanern floh und im Hongkonger Exil zum Mentor von Bruce Lee wurde?

Zhang Ziyi: Abgesehen davon, dass meine Filmfigur Gong Er fiktiv ist, hält sich Wong Kar-Wai an die Fakten. Ich bewundere die hohe Kunst der Martial Arts, und als ausgebildete Tänzerin fiel es mir leicht, sie zu erlernen. Gong Er ist ja die Tochter eines Kampfgroßmeisters in China, der den sehr speziellen Bagua-Stil lehrt. Privat stehe ich allerdings mehr auf Yoga.

teleschau: Die Handlung erstreckt sich über ein Vierteljahrhundert. Wurde das Drehbuch chronologisch gedreht?

Ziyi: Wong Kar-Wai dreht nicht nach einem Drehbuch! Wenn man mit ihm arbeitet, weiß man nichts über seine Figur und muss ihm völlig vertrauen. Man erhält täglich vor Drehbeginn nur ein bis zwei Seiten des Skripts. Da gerät man als Schauspieler schnell in Panik! Zum Glück ist Wong Kar-Wai immer sehr entspannt und witzig am Set. Die aufwendigen Kampfszenen bilden natürlich die Ausnahme. Sie werden vorher wochenlang choreografiert und so intensiv geprobt, dass man voller Blutergüsse ist.

teleschau: Wie viele Martial-Arts-Filme von Bruce Lee kennen Sie eigentlich?

Ziyi: Keinen. Ich bin der Typ für Sissi-Filme, liebe Romantik und üppige Kostüme auf der Leinwand.

teleschau: Auch privat?

Ziyi: Ich kaufe gerne Kleider, aber habe keinen Lieblingsdesigner, sondern gehe lieber spontan shoppen. Ich kaufe auch nicht gerne im Internet, sondern lieber im Geschäft, wo ich den Stoff anfassen und spüren kann. Wann immer ich in Europa bin, nutze ich die Gelegenheit zum Shoppen. Am besten geht das in Berlin und in Paris, finde ich. Dort gibt es viel mehr Auswahl, kleine individuelle Läden, und die Sachen sind deutlich günstiger als in China.

teleschau: Warum arbeiten Sie, trotz begeisterter Hollywoodkritiken, lieber in der Heimat?

Ziyi: In Hollywood bekommt man immer ähnliche Rollen angeboten. Ich will aber nicht in einer Schublade steckenbleiben. Ich möchte nicht immer die Actionheldin oder das arme chinesische Mädchen spielen, das gegen seinen Willen mit einem schrecklichen Mann verheiratet werden soll. In meiner Heimat werden mir viel interessantere Rollen angeboten. Und ich hatte seit meinem ersten Kinofilm "Heimweg - The Road Home", den ich mit Zhang Yimou drehte, immer wieder das Glück, mit bedeutenden chinesischen Regisseuren arbeiten zu dürfen. Ein Ausnahmefilm, den ich in Hollywood drehen durfte, war allerdings "Die Geisha", für den ich sehr dankbar war. Aber ich würde zum Beispiel auch gerne mal eine romantische Komödie spielen. Am besten so etwas wie "Tatsächlich ... Liebe", das ist einer meiner Lieblingsfilme.

teleschau: An welchem Projekt arbeiten Sie derzeit?

Ziyi: Ich drehe bald einen Katastrophenfilm mit John Woo. Aber jetzt fahre ich erst einmal nach Hause zu einem Familienfest. Wir kochen mindestens zehn verschiedene Gerichte, dazu Dim Sum und Jaozi. Dann sitzen sämtliche Verwandten beisammen und reden stundenlang durcheinander. Wir Chinesen sind ein sehr wuseliges Volk und ständig mit irgendetwas zugange. Man hat deshalb nicht oft Gelegenheit, Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Diese wenigen Gelegenheiten nutzt man intensiv.

Homepage "The Grandmaster"

teleschau

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