Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Panorama Zecken schwimmen in die Haut
Nachrichten Panorama Zecken schwimmen in die Haut
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:51 11.11.2013
Zecken bohren sich mit Bewegungen ähnlich wie Brustschwimmer in die Haut von Menschen, um sich dort festzusaugen. Foto: Stephan Jansen/Archiv
Anzeige
Braunschweig

Zecken bohren sich mit Bewegungen ähnlich denen von Brustschwimmern in die Haut von Menschen, um sich dort festzusaugen. Zuerst ritzen die Blutsauger mit ihren Kieferklauen die Haut an. Dann bohren sie ihren Unterkiefer mit den Widerhaken in Mensch oder Tier, um ihn dort fest zu verankern.

Forscher der Charité und der Harvard Universität haben diesen Prozess mit Film- und Mikroskopaufnahmen jetzt beim Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) genau untersucht. Diese Zeckenart kann die Erreger der gefährlichen Lyme-Borreliose übertragen. Die Wissenschaftler berichten in den „Proceedings B“ der britischen Royal Society über ihre Analysen.

Das Team hatte Zecken auf den Ohren betäubter haarloser Mäuse abgesetzt und dann verfolgt, wie diese sich durch die Haut bohrten. „Die Zecke verbindet ihre Schwimmbewegungen mit dem festen Verankern im Wirt. Wir kennen keinen anderen Organismus, der diese beiden Prozesse so kombiniert“, sagte die mittlerweile in Braunschweig arbeitende Biologin Dania Richter, die an den Forschungen federführend beteiligt war. „Der Vorgang dauert mehrere Minuten. Manchmal geht es auch schneller, wenn die Zecke ganz sicher ist, dass sie den richtigen Wirt gefunden hat.“ Dann verankere sich das Tier dort für etwa eine Woche, um Blut zu saugen - wenn es nicht vorher entdeckt und entfernt werde.

Anders als oft vermutet sei es nicht gefährlich, wenn beim Entfernen einer Zecke ein Stück in der Haut steckenbleibe. „Da bricht das Hypostom ab, der mit Widerhaken versehene Unterkiefer. Davon geht keine Gefahr aus, weil da keine Erreger drin sind“, sagte die Biologin.

Bekannt sei, dass die Erreger der Lyme-Borreliose in den ersten 24 Stunden nach einem Zeckenbiss nur sehr selten übertragen werde. Borreliose könne somit vermieden werden, wenn der Körper regelmäßig auf Zecken abgesucht werde. „Die Zecke sollte sobald wie möglich entfernt werden, die Stelle desinfiziert und dann sollte auf die körperliche Verfassung geachtet werden“, empfahl die Expertin.

Typisches Anzeichen für eine Borreliose ist ein roter Hautring, der sich um die Einstichstelle ausbreitet. Weitere Symptome sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Lähmungserscheinungen in Armen oder Beinen und Hautveränderungen. Wird die Krankheit nicht frühzeitig erkannt, sind Spätfolgen wie Gelenkentzündungen (Arthritis), Herzmuskel- oder Nervenentzündungen möglich.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Offshore-Anlagen lassen die Unterwasserwelt veröden, befürchten Kritiker. Forschungsergebnisse aus dem Windpark Alpha Ventus zeigen: Das Gegenteil scheint der Fall - wenn ...

11.11.2013

Im Tarifstreit des Einzelhandels hat die Gewerkschaft Verdi mehr als 2000 Mitarbeiter der Warenhauskette Kaufland vor der Zentrale in Neckarsulm zusammengetrommelt.

30.10.2013

40 Menschen sind in einem Reisebus in Indien verbrannt. Der Luxus-Bus habe auf der Strecke von Bangalore nach Hyderabad Feuer gefangen, ...

30.10.2013
Anzeige