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AfD-Landesparteitag ringt nach heftigem Streit um Einigkeit

Kiel/Henstedt-Ulzburg AfD-Landesparteitag ringt nach heftigem Streit um Einigkeit

Zerreißprobe in der schleswig-holsteinischen AfD: Nach dem offenen Aufstand im Landesvorstand gegen den Vorsitzenden Thomsen soll der Landesparteitag am Samstag in Henstedt-Ulzburg wieder Ordnung schaffen. Ob das gelingt, scheint völlig offen.

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Der AfD-Landesvorstand fordert mehrheitlich den Rücktritt des Vorsitzenden, Thomas Thomsen (66).

Quelle: Maxwitat (Archiv)

Kiel/Henstedt-Ulzburg. Die Zeichen stehen auf Sturm: Die schleswig-holsteinische AfD will auf einem Landesparteitag am Sonnabend in Henstedt-Ulzburg den Krach im Landesvorstand beilegen. Im Bürgerhaus ist die komplette Neuwahl des Vorstandes, der mehrheitlich den Rücktritt des Vorsitzenden Thomas Thomsen (66) gefordert hat, möglich. Es kann aber auch zu anderen Varianten kommen, je nachdem welchem der vielen Anträge zu Personalfragen die Mitglieder der rechtspopulistischen Partei zustimmen werden. Etwa 200 der landesweit 800 Parteimitglieder werden erwartet. „Wir wissen nicht, wer zurücktritt und wer gewählt wird - alles ist offen“, so Thomsen.

Ein Jahr vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein könnte sich die AfD, die bundesweit in Umfragen zuletzt auf 14 Prozent kam, im Norden weiter selbst zerlegen. Inhaltliche Themen stehen bis auf einen einzigen Antrag, die Diäten der Landtagsabgeordneten um 20 Prozent zu kürzen, auf dem Landesparteitag nicht zur Debatte. Ob dieser Antrag aber überhaupt zur Sprache kommt, ist ebenfalls noch völlig unklar.

„Der Landesvorstand ist in der Tat zerstritten“, sagte Thomsen am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Es sei viel Porzellan zerschlagen worden. Im März hatte hatten sieben Vorstandsmitglieder seinen Rücktritt gefordert: „Herr Thomsen hat, statt inhaltlich, organisatorisch oder gar politisch zu wirken, seine ganze Energie darauf verwendet, sich als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2017 zu positionieren.“ Ihrem Landesvorsitzenden werfen die Verfasser des Schreibens puren Egoismus und „skandalöses Verhalten“ vor. Er sei deshalb untragbar geworden.

Thomsen weist diese Kritik entschieden zurück. Vielmehr habe sein im Januar aus Resignation zurückgetretener Ko-Vorsitzender Markus Scheb lediglich eine frühe Empfehlung des Landesvorstandes für die Spitzenkandidaturen auf der Landesliste angeregt wie es etwa die CDU bereits im vergangenen September machte. „Die Entscheidung über die Landesliste fällt ohnehin ein Landesparteitag. Aber Scheb hat man daraus einen Strick gedreht.“

Ob der gebürtige Lübecker Thomsen wieder kandidieren würde, sofern es zu einer Neuwahl des Vorstands kommen sollte, lässt er offen. „Das mache ich vom Verlauf des Parteitags abhängig.“ Thomsen war nach eigenen Angaben Geschäftsführer bei Karstadt, Hertie und Metro sowie später selbstständiger Projektentwickler für Yachthäfen. Er ist geschieden und hat, darauf legt er Wert, „zwei hübsche Töchter“.

Massive Kritik an Thomsen und Scheb äußerte der stellvertretende Landesvorsitzende, Volker Schnurrbusch. „Die beiden wollten sich als Spitzenkandidaten installieren lassen per Vorstandsentscheidung.“ Auf einem Landesparteitag im September soll ein Landesparteitag das Wahlprogramm und im Oktober eine weiterer Parteitag die Landesliste für die Landtagswahl beschließen.

Politische Gründe für den Streit im Landesverband sehen die beiden Kontrahenten Thomsen und Schnurrbusch nicht. Nähe oder gar Kontakte zur NPD, wie sie die AfD im Saarland hatte, gebe es in Schleswig-Holstein nicht und sie seien auch keinesfalls gewünscht, versicherten beide. Die AfD habe sich von einer Professorenpartei gewandelt zu einer Partei für kleine Leute, sagte Schnurrbusch. Es gebe inzwischen neben enttäuschten CDU- und FDP-Anhängern auch von der SPD oder sogar den Grünen Enttäuschte, die zur AfD kämen - vor allem aber viele bisherige Nichtwähler.

Thomsen hatte erst im August den Landesvorsitz übernommen, weil die vorherige Landesvorsitzende und Europaabgeordnete Ulrike Trebesius sowie ihr Generalsekretär Jürgen Joost die Partei verließen und der von der AfD abgespaltenen Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) des abgewählten AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke beitraten.

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