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Albig enttäuscht: SPD muss sich neu aufstellen

Kiel Albig enttäuscht: SPD muss sich neu aufstellen

Der Ministerpräsident macht seinem Frust Luft. Die CDU feiert. Grüne wollen jetzt in die Opposition.

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Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sitzt zusammen mit den SPD-Vorstandsmitgliedern Serpil Midyatli und Andreas Breitner bei der TV-Übertragung zur Bundestagswahl in den Räumen der Fraktion im Landeshaus von Kiel.

Quelle: dpa

Kiel. Der Wahlabend im Kieler Landeshaus ist eine einseitige Angelegenheit: Die CDU in Feierlaune, tiefe Enttäuschung bei allen anderen Fraktionen.Jubel, als die Prognose um 18 Uhr über den Bildschirm im Büro von CDU-Fraktionschef Johannes Callsen flimmert. Die absolute Mehrheit im Bund greifbar nah, das ist Balsam für die Union, die in Kiel immer noch am Regierungsverlust von 2012 leidet. Das sei „einfach etwas Sensationelles“, so Landeschef Reimer Böge.

Und wenn es nicht ganz reicht? Na ja, ein Freund der Großen Koalition sei er nicht, das sei nur was für den Fall, dass es keine andere Möglichkeit gebe. Angst, womöglich doch noch von einer rot-rot-grünen Koalition abgelöst zu werden, hat hier aber keiner. Das mache die SPD nicht.Bei der SPD, ein Stockwerk höher, bleibt das Büfett lange unberührt. Die erste Hochrechnung – „na, dann können wir jetzt auch ein Bier trinken“, sagt Ministerpräsident Torsten Albig bitter. Ein kurzes Fernsehinterview: „Angela Merkel hat eindeutig den Auftrag, die Regierung zu bilden.“

Die SPD müsse jetzt sehen, wie sie sich so aufstellen kann, dass sie auch im Bund wieder Wahlen gewinnen könne. Als die Berliner SPD-Granden tapfer lächelnd auf dem Fernseh-Bildschirm erscheinen, wird Albig geradezu sauer: So sollte man bei diesem Ergebnis doch wirklich nicht dreinschauen, sondern die Enttäuschung und den Ärger auch offen zeigen. Als sich Parteichef Ralf Stegner aus Berlin per Telefon dazuschaltet und die Leitung kurzzeitig zusammenbricht, übt sich der MP in Galgenhumor – bei einer absoluten Mehrheit der Schwarzen funktioniere halt nicht mal mehr das Telefon. „Enttäuscht“ ist auch Innenminister Andreas Breitner.

Er bedauere zudem das Bundestags- Aus der Liberalen. „Die FDP wird in der Innen- und Rechtspolitik fehlen. Ich empfinde da überhaupt keine Schadenfreude.“ Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis ist da schon gegangen, wunderte sich auf dem Flur noch darüber, wie die Leute heute wählen: „Die Wähler haben vor nichts mehr Angst.“Trübsal blasen angesichts des eigenen schwachen Abschneidens auch die Grünen. Landeschefin Ruth Kastner spricht von einer „bitteren Niederlage“. Von Schwarz- Grün will man an diesem Abend nichts wissen. „Wir haben bei diesem Ergebnis keinen Regierungsauftrag“, sagt der Spitzenkandidat der Nord-Grünen, Konstantin von Notz. Und Rot-Rot-Grün? „Das schließe ich aus“, sagt von Notz.Am Ende holt die CDU im Norden 39,2 Prozent, die SPD 31,6, die Grünen schaffen 9,4 Prozent, die FDP 5,6 Prozent, die AfD 4,6, die Piraten 2,0 Prozent. Die Linke bekommt 5,2 Prozent.

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