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Politik im Norden Aufregung nach TV-Duell: Grobes Foul gegen Günther?
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10:00 27.04.2017
Gabriele Schwohn, Mitglied des Kreisvorstands der SPD-Flensburg, hatte am Dienstagabend als Zuschauerin im Saal CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther vorgeworfen, sie als „Verdi-Schlampe“ beschimpft zu haben. Quelle: NDR / dpa / Montage: Haller
Kiel

Großer Wirbel nach dem TV-Duell der beiden Spitzenkandidaten für die Landtagswahl: Eine Zuschauerin hatte CDU-Herausforderer Daniel Günther vor laufender Kamera in Lübeck vorgeworfen, sie im Landtag als „Verdi-Schlampe“ bezeichnet zu haben. Pikant: Die Zuschauerin ist Gabriele Schwohn, Gewerkschafterin und Kreisvorstandsmitglied der SPD in Flensburg. Weil die SPD- Spitze sich davon nicht distanziere, wirft die CDU den Sozialdemokraten eine „Schmutzkampagne“ vor.

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Neuneinhalb Minuten vor dem Ende der Live-Sendung hatte die 61-Jährige den Vorwurf vorgetragen. Günther wies die Anschuldigung sofort zurück. Schwohn, die stellvertretende Landesbezirksvorsitzende im Präsidium des Verdi-Landesbezirks Nord ist, behauptete jedoch, diese sei sogar nachzulesen. Bei der Landtagsverwaltung wurden gestern alle Protokolle von Landtags- und Ausschusssitzungen der vergangenen acht Jahre durchgesehen, seit Günther im Landtag sitzt. „Das Zitat ist nachweislich nicht protokolliert“, vermeldete Landtagssprecher Tobias Rischer gegen Mittag. Schwohn war für die LN nicht zu erreichen. Gegenüber dem NDR soll sie bereits am Vorabend zurückgerudert sein. Das Schimpfwort soll am Rande einer Sitzung gefallen sein. Sie könne es aber nicht belegen.

Günther erklärte gestern erneut, dass er „dieses Wort“ noch nie verwendet habe. „Das würde ich niemals sagen“, betonte der 43-Jährige. Schwohn solle sich entschuldigen, sogar von rechtlichen Schritten war zunächst die Rede. Die CDU verlangte zudem eine Klarstellung von Ministerpräsident Torsten Albig und SPD-Landeschef Ralf Stegner. Albig aber schwieg. Und Stegner konterte, das Ganze sei „eine Angelegenheit zwischen Verdi und Günther“. Verdi-Sprecher Frank Schischefsky lehnte jeden Kommentar ab.

„Nach den Regularien hätte diese SPD-Funktionsträgerin gar nicht im Studio sein dürfen“, erklärte CDU-Landesvize Tobias Koch. Albig hätte „derart haltlose Anschuldigungen durch seine Parteifreundin“ schon im Duell nicht unkommentiert stehen lassen dürfen“. Günther nennt das ein „grobes Foul“. Dass Albig sich auch am Tag danach nicht melde, finde er „merkwürdig“. Bei der FDP wird vermutet, dass Schwohn ihren Genossen helfen wollte. Ohne Beweise falle ihre Behauptung aber auf die SPD zurück, sagt FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki. Es entstehe der Eindruck, dass mit unlauteren Mitteln in den Wahlkampf eingegriffen wurde.
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