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Politik im Norden Beschlossen: Das Land bekommt ein zweigliedriges Schulsystem
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22:55 11.09.2013
Bildungsministerin Wara Wende hat das Gesetz gestern vorgestellt. Quelle: dpa
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Kiel

42 Regionalschulen gibt es derzeit noch im Land. Davon stünden zwölf wegen zu geringer Schülerzahl ohnehin vor dem Aus, heißt es aus dem Bildungsministerium, darunter die Lübecker Lutherschule und die Grund- und Regionalschule Schwarzenbek-Nordost. Die übrigen sollen als Gemeinschaftsschule erhalten bleiben, wenn sie mehr als 240 Schüler haben.

Hintergrund: Eckpunkte des künftigen Schulgesetzes in Schleswig-Holstein

Die Gymnasien sollen das Abitur in der Regel weiterhin nach insgesamt zwölf Schuljahren (G8) anbieten. Die elf Gymnasien, die noch G9, und die vier, die beide Zweige parallel anbieten (Y-Modell), sollen aber erhalten bleiben. Die Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe bleiben beim G9-Abitur, die ohne eigene Oberstufe können mit anderen Gemeinschaftsschulen sowie allgemeinbildenden oder beruflichen Gymnasien zusammenarbeiten, um ihre Schüler dort zum Abitur zu bringen. Stimmen deren Leistung am Ende von Klasse 10, haben sie künftig einen Rechtsanspruch auf Aufnahme in die Oberstufe. An den Gemeinschaftsschulen darf ab Klasse 7 in einzelnen Fächern zudem in Leistungs- oder Neigungsgruppen unterrichtet werden.

„Jetzt kann die Debatte um Schulstrukturen endlich abgeschlossen werden“, sagt Wara Wende. Das Schulgesetz sei maßgeblich aus dem großen Bildungsdialog mit Lehrern, Eltern, Schülern und Verbänden hervorgegangen, den die neue Landesregierung nach der Amtsübernahme 2012 gestartet habe. „So viel Konsens bei einem Schulgesetz gab es noch nie.“ In einigen Punkten des Gesetzes wurde allerdings auch noch spätere öffentliche Kritik eingearbeitet. So tauchen im Gesetz neben den „pädagogischen Zielen“ jetzt doch noch „Bildungsziele“ und „Erziehungsziele“ auf.

Es wird zudem betont, dass die Schule „das Verständnis für die Bedeutung der Heimat“ fördern soll.
SPD, Grüne und SSW loben, dass es künftig mehr Durchlässigkeit geben werde. CDU und FDP warfen der Ministerin „ideologischen Bildungsirrsinn“ vor. Die Lehrergewerkschaft GEW lobte die Richtung des Gesetzes, es lasse sich aber nur ohne Stellenstreichungen umsetzen. Es müsse kleinere Klassen, mehr Doppelbesetzungen und eine intensivere Fortbildung für die Lehrkräfte geben, betont GEW-Chef Matthias Heidn.

Gibt es dafür Zusatz-Geld, vielleicht aus den Zensus-Millionen, die das Land extra einnimmt? Man sei im Gespräch, sagt Wara Wende nur. Und: Man werde im Rahmen eines neuen Dialogs 2014 endlich auch „die Verbesserung der Unterrichtsqualität ins Zentrum“ rücken können. So müsse vor allem beim Unterrichtsausfall und bei der Inklusion nachgebessert werden.



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