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Politik im Norden Daniel Günther fordert Frauenquote für die CDU
Nachrichten Politik Politik im Norden Daniel Günther fordert Frauenquote für die CDU
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20:33 16.04.2018
Daniel Günther fordert Frauenquote für die CDU Quelle: Carsten Rehder/archiv
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Kiel

Und weiter sagt der Ministerpräsident: Bei diesem Thema „ist es klug, dies nicht einfach dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen“. Sonst setzten sich „meistens die Männer durch, weil sie sich grundsätzlich für geeignet halten, während sich Frauen selbstkritisch hinterfragen“.

Nord-CDU soll Vorreiter sein

Die CDU im Norden soll nach Günthers Willen Vorreiter bei der Einführung einer 50-Prozent-Frauenquote für Führungspositionen sein und auch bei der Aufstellung der Direktkandidaten auf mehr Ausgewogenheit achten. Immer wieder hatte er kritisiert, dass nach der Wahl 2017 gerade mal noch drei der 25 Landtagsmandate der CDU an Frauen gingen – weil noch zu Zeiten seines Vorgängers im Parteivorsitz in fast allen aussichtsreichen Wahlkreisen männliche Kandidaten aufgestellt worden waren. Künftig wolle er „rechtzeitig auf unsere Kreisverbände einwirken und mit ihnen sprechen“.

Klare Ansage

Daniel Günther (verheiratet, eine kleine Tochter) kündigte schon nach seiner Wahl zum CDU-Landeschef an, mehr Frauen in Spitzenpositionen der CDU holen zu wollen. In sein Kabinett berief er einen CDU-Minister und zwei Ministerinnen. Jetzt fordert er eine 50-Prozent-Frauenquote auch für die Bundes-Partei.

Bei der Frauen-Union rennt Günther damit offene Türen ein. „Wunderbar. Das ist genau das, was wir immer gefordert haben“, sagt Landeschefin Katja Rathje-Hoffmann. Dass nur drei, beziehungsweise durch eine Nachrückerin mittlerweile vier CDU-Landtagsabgeordnete Frauen sind, sei auch für viele Männer in der Partei ein Schock gewesen. „Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Sie erwarte nun die schnelle Umsetzung der Pläne.

Unterstützung kommt überraschend auch von Junge-Union-Landeschef Tobias Loose – der CDU-Jugendverband galt bislang als Hort der Quoten-Gegner. Zwar diskutiere die JU noch, er selber habe seine Haltung aber bereits geändert, so Loose: „Die Quote ist schon ein richtiger Weg.“ Denn: Ohne sie schaffe man es offenkundig nicht, mehr Frauen in die Politik zu holen.

Häme und Lob von anderen Parteien

SPD-Landeschef Ralf Stegner kommentiert Günthers Vorstoß hämisch: „Willkommen im Jahr 2018.“ Die Nord-SPD habe schon 1985 eine Geschlechterquote beschlossen. Zehn von 21 Mitgliedern der Landtagsfraktion seien weiblich. Allerdings: Offiziell gilt in der SPD immer noch nur eine 40- Prozent-Quote. Uneingeschränktes Lob kommt von den Grünen. „Der Ministerpräsident hat in der Jamaika-Koalition die Zeichen der Zeit erkannt“, sagt Landeschefin Ann-Kathrin Tranziska. Für Tipps „stehen wir gerne zur Verfügung“. Die Erfahrung zeige, dass ohne Quote eine Parität bei Ämtern und Mandaten nicht erreichbar sei und die Quote Frauen motiviere, sich etwas zuzutrauen.

Selbst Heiner Garg, Chef der quotenlosen FDP, gab sich nachdenklich: „Bei der Frauenquote bin ich hin- und hergerissen, vor allem, weil viele Frauen, die sich in der FDP engagieren, sie bislang abgelehnt haben.“ Andererseits wolle auch er mehr Frauen auf allen Ebenen in verantwortungsvollen Positionen sehen. Von der Bundes-CDU hingegen gab’s gestern keinen Kommentar zu Günthers Frauenquoten-Vorstoß.

Von Wolfram Hammer

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