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Politik im Norden Das Digitalpakt-Geld wird dringend gebraucht
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06:20 07.12.2018
Unterricht mit Tablet: In Schleswig-Holstein ist das erst in wenigen Schulen der Fall. Die technischen Voraussetzungen immerhin sollen bis 2020 flächendeckend geschaffen werden. Das Geld aus dem Digitalpakt wird dafür dringend benötigt. Quelle: Carmen Jaspersen/dpa
Kiel

Bund und Länder streiten weiter um den Digitalpakt. In Schleswig-Holstein investieren Land und Kommunen zwar schon kräftig in die Digitalisierung der Schulen. Dennoch wird das Geld aus Berlin dringend gebraucht.

Bis 2020 sollen alle Schulen schnelles Internet haben

So hat nach wie vor fast die Hälfte der Schulen im Land keinen schnellen Internetanschluss. Das geht aus der jüngsten Umfrage des Kieler Bildungsministeriums zur IT-Ausstattung der Schulen hervor. Immerhin stieg die Quote der Schulen mit Anschluss seit 2016 von 31,6 auf 51,3 Prozent. Bis 2020 will das Land zudem alle Schulen mit einem Breitband-Glasfaseranschluss versorgen. Doch das ist nicht die einzige Baustelle, die Kiel in Sachen Digitalisierung finanzieren muss.

So drängen insbesondere die Kommunen als Schulträger darauf, mehr Geld für zusätzliche IT-Mitarbeiter zu bekommen, die die modernen Systeme in den Schulen dann auch entsprechend betreuen können. Bislang müssen Mitarbeiter von Städten und Gemeinden das häufig nebenbei mit erledigen (in 27,8 Prozent der Schulen, 2016 waren das erst 17,8 Prozent). Oder die Lehrer werden eingespannt. Das ist laut Umfrage in 38 Prozent der Schulen der Fall. Der Wert sank seit 2016 nur leicht um zwei Prozentpunkte. In einem Viertel der Schulen sind Mitarbeiter externer Firmen für den Schulträger tätig, dazu kommen in einigen Schulen Schul-Mitarbeiter, Eltern und sogar immer noch Schüler selber.

Die wenigsten Schulen nutzen ein Onlinesystem im Unterricht

Über ein fest installiertes WLan verfügen derzeit bereits 75 Prozent der Schulen (2016: 63 Prozent). Nur in einem Drittel davon ist das Netz allerdings auch schulweit verfügbar. Nicht in allen steht es auch den Schülerinnen und Schülern offen. 70,3 Prozent der Schulen nutzen ein internes Onlinesystem. Diese Systeme, etwa das vom Land zur Verfügung gestellte Programm SchulCommSy, wird aber meistens nur für die interne Kommunikation der Lehrer und ihren Austausch von Materialien zur Unterrichtsvorbereitung genutzt. Klassenarbeiten etwa lassen nur 5,8 Prozent der Schulen über solche Systeme schreiben und verwalten.

Über 20 Prozent der Schulen noch ohne Onlinemedien-Konzept

79,5 Prozent der Schulen haben mittlerweile ein eigenes Konzept für die Mediennutzung erarbeitet. 2016 waren das erst 61 Prozent. Viele Schulen arbeiteten noch an einem solchen Konzept, heißt es. Ob die Extra-Millionen aus dem Digitalpakt in die Anschaffung weiterer Endgeräte wie PCs und Laptops fließt, erscheint aufgrund der Umfrageergebnisse fraglich. Immer mehr Schulen gehen demnach dazu über, nur das Netz zur Verfügung zu stellen, und Lehrer und Schüler in Schule und Unterricht ihre eigenen Geräte nutzen zu lassen, Tablets zumal. „Bring Your Own Device“ heißt dieses Konzept, abgekürzt BYOD, zu deutsch: „Bring Dein eigenes Gerät mit.“ Schließlich verfügten die meisten Haushalte ohnehin schon über solche Geräte, so das Argument der Befürworter. Der Anteil der weiterführenden Schulen, die so verfahren, ist laut Umfrage von 2016 bis heute von 60 auf 68 Prozent gestiegen. Mit den Mitteln aus dem Digitalpakt könnten zum Beispiel Schüler unterstützt werden, deren Eltern kein Geld für solche Geräte ausgeben können.

Mehr lesen:

Schüler, Eltern und Lehrer fordern: Digitalpakt sofort umsetzen

Wolfram Hammer

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