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In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Angst vor der AfD

Berlin/Rostock In Mecklenburg-Vorpommern wächst die Angst vor der AfD

Der CDU droht ausgerechnet im politischen Heimatland von Kanzlerin Angela Merkel bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag ein historisches Debakel. In der jüngsten Umfrage liegt die AfD mit 23 Prozent erstmals drei Prozentpunkte vor der Union.

Der Spitzenkandidat der AfD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, steht am 01.09.2016 in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) bei der Kundgebung zum Abschluss des AfD-Wahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Landtagssitz, dem Schweriner Schloss.

Quelle: Jens Büttner/dpa

Berlin/Rostock . Die Wahrscheinlichkeit, dass die Union mit Spitzenkandidat Lorenz Caffier (CDU) hinter die rechtspopulistische Partei zurückfällt, nimmt reale Züge an. In der jüngsten Umfrage liegt die AfD mit 23 Prozent erstmals drei Prozentpunkte vor der Union – und das aus dem Stand.

Zwar sehen die Wahlforscher die Sozialdemokraten unter Regierungschef Erwin Sellering aktuell bei 28 Prozent. Doch schon bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg lagen die Demoskopen mit ihren Vorhersagen kräftig daneben. Die AfD schnitt am 13. März in allen drei Bundesländern deutlich besser ab als prognostiziert – zu Lasten der etablierten Parteien. Die Unterschiede lagen zwischen 3,6 (Rheinland-Pfalz) und 5,2 Prozent (Sachsen-Anhalt). Gibt es am Sonntag eine ähnliche Abweichung, könnte die AfD erstmals in einem deutschen Bundesland stärkste Kraft werden und sogar den Landtagspräsidenten stellen.

Manfred Güllner, Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, wäre über ein derart gutes Ergebnis der AfD nicht überrascht. Bei der rechtsextremen NPD wisse man seit Jahren, dass es eine Dunkelziffer von einigen Prozentpunkten gebe. Potenzielle NPD-Wähler würden bei Umfragen ihre wahre politische Präferenz verschweigen. „Die AfD existiert aber erst seit drei Jahren. Deshalb fehlt uns eine ausreichende empirische Grundlage, um eine mögliche Dunkelziffer abschätzen zu können“, sagte Güllner dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Eine entscheidende Rolle spielten auch Nichtwähler. 2011 blieb fast jeder Zweite im Nordosten zu Hause. „Wenn zehn Prozent der Wahlberechtigten zur AfD tendieren, aber – anders als die Anhänger der demokratischen Parteien – alle zur Wahl gehen, wären das dann 20 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen“, erklärte Güllner. Der Wahlforscher sieht die Hauptursache für das zu erwartende schlechte Abschneiden der CDU bei der Union selbst. Ihr Wahlprogramm setze zu einseitig auf die Verschärfung der Sicherheitsgesetze. Damit mache sich der für Sicherheit zuständige Innenminister Caffier extrem unglaubwürdig. „Vieles liest sich wie das Programm der AfD. Der Wähler wertet das als blanken Opportunismus und entscheidet sich am Ende lieber für das Original.“

In der Wirtschaft wächst die Skepsis, den Rechtsruck noch aufhalten zu können. Tobias Woitendorf, stellvertretender Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV, fürchtet negative Folgen. Schon einmal, zwei Jahre nach dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag, kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass das ausländerfeindliche und rechtsextreme Image des Landes Urlauber vergrault. Umsatzeinbußen von bis zu 200 Millionen Euro im Jahr wurden ermittelt. „Vor allem die Besserverdiener und die politisch Sensiblen bleiben weg“, erklärte Woitendorf. „Die Ausländerfeinde, Rechtsextremisten und Neonazis fügen der Heimat, die ihnen angeblich so viel bedeutet, auch in wirtschaftlicher Hinsicht schweren Schaden zu“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für neuen Bundesländer, Iris Gleicke (SPD), dem RND. Viele hätten sich familiengeführte Betriebe, Gaststätten und Hotels aufgebaut und keine Lust, sich das „von Spinnern, Wirrköpfen und rechtsradikalen Verbrechern kaputtmachen zu lassen“, erklärte die SPD-Politikerin.

Von Jörg Köpke

Auch Prominente wie Sängerin Jennifer Rostock macht die bevorstehende Landtagswahl Sorgen. Sie hat dazu einen Anti-AFD-Song aufgenommen.

Wähl die AfD

Am kommenden Sonntag, den 4. September, sind Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch in Berlin geht es bald wieder an die Wahlurnen.
Dazu haben wir hier eine kleine Empfehlung für euch:

Posted by Jennifer Rostock on Tuesday, August 30, 2016

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