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Jamaika-Sondierung bei Fleisch, Fisch und Spargelsuppe

Kiel Jamaika-Sondierung bei Fleisch, Fisch und Spargelsuppe

Im Kieler Koalitionspoker stehen die Zeichen immer mehr auf Jamaika. Trotz des Rückzugs von Torsten Albig haben die Grünen wegen der Ampel-Absage von FDP-Frontmann Wolfgang Kubicki nur noch diese Regierungsoption. Und sie scheinen sie ohnehin selbstbewusst anzusteuern.

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Schwarzgrüne Annäherung: CDU-Landeschef Daniel Günther (l.) begrüßt Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold und Umweltminister Robert Habeck (beide Grüne) im Hotel „Kieler Kaufmann“.

Quelle: DPA

Kiel. Gestern Mittag, 12 Uhr. Das Hotel „Kieler Kaufmann“. Die CDU hat die Grünen zu ersten Sondierungsgesprächen gebeten. „Grüß dich, Daniel“, sagt Grünen-Umweltminister Robert Habeck. „Robert!“, grüßt CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther zurück. Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben nimmt ihn gleich richtig in den Arm. Kaum weniger herzlich begrüßen sich auch die anderen Verhandler von Schwarz und Grün. Über zwei Stunden ziehen sie sich zu einem ersten Gespräch zurück.

Es gibt Häppchen, auch welche mit Fleisch und Fisch. Die Spargelsuppe aber ist vegetarisch. Die Frauen sind diesmal in der Überzahl: fünf zu drei. Bei den Grünen sind es Parteichefin Ruth Kastner, Finanzministerin Monika Heinold und Eka von Kalben, die CDU schickt die Bundestagsabgeordnete Sabine Sütterlin-Waack und Schatten-Bildungsministerin Karin Prien in die Gespräche. Für die CDU ist auch noch Hans-Jörn Arp dabei.

Kaum hat ihr Gespräch begonnen, läuft die Absage von FDP- Frontmann Wolfgang Kubicki an ein Ampel-Bündnis über den Ticker. Hat er vorab von Albigs Rückzugsplänen, die eine knappe Stunde später öffentlich werden, Wind bekommen und will die ungeliebte Ampel schnell noch ausknipsen, bevor die SPD einen anderen Verhandler und MP-Kandidaten präsentiert?

Offiziell dient ein angeblicher Fauxpas Stegners als Begründung. Stegner habe in der Berliner SPD-Spitze getönt, er werde schon dafür sorgen, dass es in Kiel eine Ampel gibt, so lautet die Geschichte etwa. Stegner bestreitet heftig, das jemals so gesagt zu haben.

Wirklich bedrücken tut das aber offenbar auch die Grünen-Verhandler nicht mehr. Sie hatten tagelang auf ein Signal der SPD für eine Ampel gewartet, langsam aber die Geduld mit den zaudernden Sozialdemokraten verloren. Schon ein Gespräch mit der FDP am Montagabend ist erfolgreich verlaufen, man sei sich in der Energie-, Bildungs- und Innenpolitik weitgehend einig gewesen, heißt es.

Jetzt liefen offenbar auch die ersten Gespräche mit der CDU zur Zufriedenheit beider Seiten – Günther hatte zuvor Leitlinien für ein solches Bündnis mit Zehn-Jahres-Perspektive skizziert: mehr Dynamik, mehr Investitionen für ein Land, das tolerant und weltoffen bleiben soll, Ökonomie und Ökologie verbinden. Heute kommen alle drei möglichen Partner zum ersten gemeinsamen Treffen zusammen. Am Dienstag sollen ein Grünen-Parteitag und die Vorstände von CDU und FDP über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entscheiden.

wh

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