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Politik im Norden Ein Minister für „Draußen und Digitales“
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19:48 23.08.2018
Jan Philipp Albrecht (35) von den Grünen wird in der kommenden Woche neuer Umwelt- und Landwirtschaftsminister in Kiel. Quelle: dpa
Kiel

Kiels neuer Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht steht schon in den Startlöchern. Am 1. September wird der Grüne das Amt von seinem Parteifreund Robert Habeck übernehmen. An diesem Donnerstag absolvierte der 35-Jährige aber bereits erste Termine im Kieler Landeshaus. Habeck will sich derweil auf dem Landesbauerntag am kommenden Freitag aus dem Norden verabschieden.

Albrecht will Minister für „Digitales und Draußen“ werden

Als „Draußenminister“ hatte Habeck sich selber gern bezeichnet. Albrecht will jetzt ein Minister für „Digitales und Draußen“ werden, wie er ankündigt. Die Digitalisierung war sein Fachgebiet und Steckenpferd in den letzten neun Jahren als Europa-Abgeordneter in Brüssel. Zunächst einmal wolle er sich in die Aufgaben seines neuen Amtes einarbeiten und vor allem viele Landwirte besuchen. Dass der Bund den Bauern aufgrund der Ernteschäden durch die Dürre Hilfen in Höhe von 340 Millionen Euro zugesagt hat, findet Albrecht richtig. „Wir brauchen die Landwirte und müssen ihnen helfen.“ Gleichzeitig müsse analysiert werden, welche Bedingungen die Landwirte brauchen, um in Zukunft gut leben zu können. „Auch die Ursachen für die langanhaltende Dürre, wie den Klimawandel, müssen wir ernst nehmen“, sagt Albrecht.

Habeck hatte sich Anfang des Jahres dazu entschieden, den Grünen-Bundesvorsitz zu übernehmen. Die Satzung der Partei aber verlangt die Trennung von Amt und Mandat. Die Zeit des 48-Jährigen als Minister war damit abgelaufen. Immerhin gewährte ihm die Partei eine Übergangszeit, innerhalb derer er das Amt niederlegen musste.

„Ich habe auch keine kleinen Füße mehr“

Albrecht betonte im Landeshaus, er sei sich der großen Fußspuren bewusst, die Habeck hinterlasse. „Aber ich habe auch keine kleinen Füße mehr“, sagt Albrecht. Die SPD-Opposition erhofft sich von Albrecht im Gegensatz zu Habeck „weniger Philosophie und dafür mehr naturschutzfachliche Umsetzung“, sagt deren umweltpolitische Sprecherin Sandra Redmann - Habeck ist studierter Philosoph. Habeck habe ohne Frage die Fähigkeit gehabt, Menschen mitzunehmen. „Es darf aber nicht nur beim Reden bleiben. Wir werden den neuen Minister an seinen Taten messen.“ Albrechts bisherige Äußerungen ließen darauf schließen, dass er sich in Schleswig-Holstein erst noch einen besseren Überblick verschaffen müsse.

Wolfram Hammer

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