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Politik im Norden Neuer Beruf im Online-Handel wird in Norden zum Renner
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19:15 21.02.2019
Die Bürger kaufen immer mehr Dinge übers Internet ein. Mitarbeiter mit dem neuen Beruf „Kaufmann und Kauffrau im E-Commerce“ sollen solche Angebote bei Händlern und Dienstleistern künftig organisieren, aufbauen und vermarkten. Quelle: Jens Büttner/dpa
Kiel

Der duale Ausbildungsgang wurde zum Schuljahresbeginn 2018/2019 eingeführt. Zunächst hatte es zwischen Einzelhandelsverband und Bildungsministerium Streit gegeben. Die Wirtschaftsvertreter forderten fachspezifischen Berufsschulunterricht von Anfang an, dazu müsste das Angebot an drei oder vier Standorten im Land gebündelt werden. Prien richtete das Angebot an neun Schulen im Land ein, in Husum, Neumünster, Pinneberg, Rendsburg, Kiel, Lübeck, Ahrensburg, Itzehoe und Flensburg. Dort sollten die E-Commerce- aber zunächst mit den Groß- und Außenhandelskaufleuten zusammen unterrichtet werden. Die Schulen selber allerdings hätten von sich aus Fachklassen gebildet, sagt Dierk Böckenholt, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Nord. So sei man jetzt auch in der Wirtschaft zufrieden mit dem Modell.

Kiels CDU-Bildungsministerin Karin Prien spricht beim neuen Beruf „Kaufleute im E-Commerce“ von einer Erfolgsgeschichte. Quelle: Carsten Rehder/dpa

Die Ministerin fühlt sich ebenfalls in ihrem Kurs bestätigt. Es habe sich „als goldrichtig erwiesen, im Flächenland Schleswig-Holstein an mehreren Standorten zu starten, statt in einer Zentralklasse mit für einige Interessenten viel zu langen Anfahrtswegen“. Und es habe eine hohe Resonanz auch bei Betrieben gegeben, die bisher gar nicht ausgebildet hätten. Man gehe im Ministerium daher davon aus, dass es zum Schuljahresbeginn 2019/2020 wieder rund 100 Neuanmeldungen geben werde.

Streit um nicht voll ausgebildete Grundschullehrer

Kaufleute im E-Commerce sind in Unternehmen tätig, die Waren oder Dienstleistungen online anbieten und verkaufen, im Handel, aber zum Beispiel auch in Hotels. Einige Berufsschul-Module der Ausbildung sollen auch selber online angeboten werden. Das Land arbeite dabei mit dem Institut für Lerndienstleistungen der Technischen Hochschule Lübeck zusammen, sagt Prien.

Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat fordert ein Frühwarnsystem für Schulen, an denen die Quote nicht voll ausgebildeter Lehrer zu hoch wird. Quelle: LN

Streit mit der SPD-Opposition gab es für Prien im Ausschuss über die Versorgung der Grundschulen mit ausgebildeten Lehrkräften. Die SPD fürchtet, dass die Zahl von Schulen mit einem hohen Anteil nicht voll ausgebildeter Kräfte weiter steigt und fordert eine Art Frühwarnsystem. Schulen sollen melden können und müssen, wenn sie eine Quote von 30 oder 50 Prozent übersteigen. Die Ministerin konterte, es seien nur 34 Grundschullehrerstellen im Land nicht besetzt und 450 mit befristet angestellten Lehrkräften. Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat fürchtet, diese Stellen könnten sich regional ballen. Tatsächlich musste die Ministerin einräumen: In Lübeck sind von 348 Lehrkräften an Grundschulen 45 ohne Lehramtsausbildung.

Wolfram Hammer

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