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Nord-CDU will mit Experten-Schattenminister „grünere“ Agrarpolitik

Kiel Nord-CDU will mit Experten-Schattenminister „grünere“ Agrarpolitik

Ökologisierung der Landwirtschaft - dies verkündet ausgerechnet der neue CDU-Schattenminister Taube. Spitzenkandidat Günther hat den Agrarprofessor zur Landtagswahl in sein Team geholt.

Daniel Günther (CDU, l) , CDU-Landeschef und Friedhelm Taube, Professor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, präsentieren am 21.04.2017 in Kiel (Schleswig-Holstein) Günthers Entscheidung, Taube als Mitglied des Kompetenzteams für die Bereiche Landwirtschaft und Umweltschutz zu berufen.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Kiel. Mit der Berufung des Agrarwissenschaftlers Friedhelm Taube in sein Schattenkabinett setzt CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther ein klares Modernisierungszeichen für die Landeswirtschafts- und Umweltpolitik seiner Partei. Taube plädierte bei seiner Vorstellung am Freitag dafür, die gesamte Landwirtschaft zu ökologisieren. „Besser auf 100 Prozent der Flächen eine Ökologisierung der Landwirtschaft als auf 20 Prozent der Flächen Ökolandbau“, nannte der parteilose Professor als Marschroute. Der 61-Jährige leitet an der Kieler Uni das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, wo er sich auch mit Öko-Landbau befasst. Seit Jahren gehört er zum agrarpolitischen Beraterkreis der Bundesregierung.

Ihm gehe es um eine effiziente Verknüpfung der Produktion landwirtschaftlicher Produkte mit dem Klima- und Artenschutz, erläuterte Taube, der schon am CDU-Wahlprogramm mitgearbeitet hat. Er wolle auch dazu beitragen, die konservative Agrarpolitik in Berlin zu modernisieren. Landwirtschafts- und Umweltpolitik müssten sich einander annähern.

Taube spiele seit langem auf den Champions-League-Plätzen, wenn es um wissenschaftlich abgesicherte Lösungen in Konflikten zwischen Landwirtschaft und Umweltinteressen gehe, sagte Günther. Anders als der amtierende Ressortchef Robert Habeck von den Grünen bringe Taube Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang.

Für Menschen, denen Ökologie wichtig ist, gebe es nun keinen Grund mehr, die Grünen zu wählen, sagte der CDU-Spitzenkandidat. Taube bekundete persönliche Wertschätzung für Habeck, der aus seiner Sicht aber keine typisch grüne Politik mache.

Mit einer modernen Landwirtschafts- und Umweltpolitik wolle die CDU Wähler auf dem Lande und in den Städten ansprechen, sagte Günther. Verbraucherschutz, Tierwohl und die Einhaltung von Umweltkriterien seien seiner Partei wichtig.

Mit Taube ist Günthers sogenanntes Kompetenzteam zur Landtagswahl am 7. Mai komplett. Dazu gehören unter anderem auch Landtagspräsident Klaus Schlie (Inneres), Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (Finanzen), Norderstedts Oberbürgermeister Hans-Joachim Grote (Kommunen), der Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp (Verkehr) und die Hamburger Rechtsanwältin Karin Prien, die Bildungsministerin werden soll.

Das Team sei eine gute Mischung aus Innovation und Tradition, Stadt und Land, sagte Taube. Die von ihm angestrebte Ökologisierung der Landwirtschaft sei ein steiniger Weg und werde zusätzliche Mittel erfordern. Ihm komme es darauf an, eine möglichst wissenschaftsbasierte Politik umzusetzen. Zur Ehrlichkeit gehöre auch zu sagen, dass technischer Fortschritt immer Strukturwandel bedeute. „Das heißt, man muss vielen Betrieben auch ganz ehrlich sagen: Ihr werdet Schwierigkeiten haben, für die nächste Generation in eurem Betrieb eine Perspektive zu erhalten“. Für Betriebe, die ausscheiden, müssten dann Alternativen geschaffen werden.

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