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Schleswig-Holstein: Nur jeder Fünfte will das Turbo-Abi behalten

Berlin/Kiel Schleswig-Holstein: Nur jeder Fünfte will das Turbo-Abi behalten

G8- oder G9, Turbo- Abitur oder mehr Zeit zum Lernen: Der Streit über den richtigen Weg zum Abi ist eines der bestimmenden Themen des Landtagswahlkampfes. Daniel Günther bekommt für seine Forderung, an allen Gymnasien zu G9 zurückzukehren, jetzt Rückendeckung – durch eine neue Umfrage und durch die Kanzlerin.

Eindeutiges Ergebnis: Die Schleswig-Holsteiner wünschen sich laut der Umfrage eine Rückkehr zu G9.

Quelle: Haller

Berlin/Kiel. 79 Prozent der Befragten fänden die Rückkehr zu G9 gut, jeder Fünfte sei dagegen oder unentschieden, ermittelte die „Forschungsgruppe Wahlen“ für das ZDF in Zusammenarbeit mit Lübecker Nachrichten und Kieler Nachrichten. Das gelte unabhängig davon, ob im eigenen Haushalt jüngere Kinder leben oder nicht. Unter den CDU-Anhängern beträgt die Zustimmungsquote zu der Forderung 86 Prozent, bei Grünen-Anhängern 79 Prozent, bei SPD-Anhängern 77 Prozent. Skeptischer sind nur die FDP-Anhänger. Von ihnen würden 59 Prozent die Rückkehr zu G9 begrüßen. Die FDP will den Gymnasien frei stellen, welchen Weg zum Abitur sie anbieten.

Die CDU nehme den Elternwillen in dieser Frage sehr ernst, erklärt auch CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel im Interview mit LN und KN. Gerade wenn es weite Schulwege gebe, könnte es schwer werden, „dass Kinder nachmittags noch ihren Hobbys nachgehen können“. Deshalb habe sich die Mehrzahl der Eltern auch für das G9 ausgesprochen. Sogar Bayern sei diesen Schritt jetzt wieder gegangen. Sie sei mit Günther gemeinsam der Meinung, „dass der Schulfrieden sehr wichtig ist und dass auf die Stimme der Eltern zu hören ist“.

Auch beim Windkraft-Ausbau müsse ein Ausgleich gefunden werden „zwischen dem, was für die Energieversorgung notwendig ist, und dem, was die unmittelbaren Belange der Bürger betrifft“, sagt die Kanzlerin. Es brauche zudem einen schnellen Leitungsausbau. „Mehr Windenergie kann man nur produzieren, wenn geklärt ist, wie sie zu den Verbrauchern kommt.“

Auch das liegt auf Linie mit Günther, der die Windkraftplanung der SPD-Grünen-SSW-Landesregierung bei einem Wahlsieg aufschnüren und größere Abstände der Rotoren zu Häusern durchsetzen will. Hier aber fällt die Stimmung im Land nicht so eindeutig zu seinen Gunsten aus. Laut Forschungsgruppe wollen 40 Prozent der Befragten an der aktuellen Lage nicht viel ändern, 33 Prozent sind sogar für noch mehr Windräder im Land, nur 24 Prozent für weniger.

Von Wolfram Hammer

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