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Politik im Norden Spitzensport: Vereine fordern vom Land Extra-Millionen
Nachrichten Politik Politik im Norden Spitzensport: Vereine fordern vom Land Extra-Millionen
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22:42 04.07.2017
Blick am 02.06.2017 in Kiel (Schleswig-Holstein) in das Holsteinstadion. Hier wurde die Finanzierung in Höhe von 10,4 Millionen Euro für den Stadion-Umbau für die kommende Saison in der 2.Fußball-Bundesliga präsentiert. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Lübeck/Kiel

Die Jamaika-Regierung in Kiel legt mit dem Geldausgeben los. 15 Millionen Euro extra sollen noch in diesem Jahr in die Sanierung von Sportstätten mit „besonderer regionaler oder überregionaler Bedeutung“ fließen. Das CDU-Grünen-FDP-Kabinett hat dazu gestern einen Nachtragshaushalt beschlossen. Sieben Millionen Euro sind schon fest für das Holstein-Stadion der Kieler Fußballer eingeplant, das nach dem Aufstieg zweitligatauglich umgerüstet werden soll. Einen Großteil der übrigen acht Millionen Euro fordern jetzt Sportvereine in der Region Lübeck für sich ein.

„Wir haben auf der Lohmühle in fast allen Bereichen Sanierungsbedarf“, sagt Thomas Schikorra, Vorstandssprecher des Fußball-Regionallisten VfB Lübeck. Er verweist neben den Drittliga-Ambitionen auch darauf, dass die Lohmühle Spielstätte für Nachwuchs-Länderspiele ist. Größter Brennpunkt sei die alte, marode Holztribüne, die derzeit gesperrt ist. „Wir werden uns in Ruhe die Förderkriterien anschauen, aber in jedem Fall die Hand heben“, sagt Schikorra. Insgesamt geht es um Sanierungen in einstelliger Millionenhöhe.

Konkrete Zahlen hat der EHC Timmendorfer Strand. Beschlossen ist: Die kommunale Eis-Halle soll für 8,3 Millionen Euro saniert werden. Auch der Lübecker Yacht- Club meldet mit der Travemünder Woche (TW) Finanzbedarf an. Seit der Olympia-Bewerbung stehen ein Leistungszentrum am Mövenstein inklusive Wellenbrecher auf der Wunschliste – für 3,3 Millionen Euro. „Für den Segelstandort Travemünde ist es von immenser Bedeutung“, erklärt TW-Geschäftsführer Frank Schärffe. EHCT, Yachtclub und TW könnten am Ende dennoch leer ausgehen. Denn der Jamaika- Koalitionsvertrag ist hier wolkig formuliert. Demnach sollen die Millionen neben dem Fußball „unter anderem auch weiteren für Schleswig-Holstein bedeutenden Ballsportarten zugutekommen“.

Ob dabei am Ende noch Geld für Segler oder Eishockeyspieler übrig bleibt und welchen Sportstätten am Ende die „besondere regionale oder überregionaler Bedeutung“ zugebilligt wird, müsse jetzt das für den Sport zuständige Innenministerium regeln, sagt Grünen-Finanzministerin Monika Heinold. Dort hieß es gestern, man sei nach sechs Regierungs-Tagen noch nicht so weit.

Immerhin: Die Handballer des VfL Lübeck-Schwartau, die bis 2020 in die Bundesliga aufsteigen wollen, könnten wohl in jedem Fall Fördergeld beantragen. Ihre Hansehalle ist nicht erstligatauglich. Drehen des Spielfeldes, Kapazität erhöhen auf 4000 Zuschauer, neue Technik für Licht und Akustik – all das steht auf dem Plan von VfL-Chef Michael Friedrichs: „Allein das ist ein Millionenprogramm. Die andere Variante wäre ein Hallenneubau.“

Applaus fürs Förderprogramm kommt vom Landessportverband. Nur: Es sei ein Tropfen auf den heißen Stein. Der LSV hat an kommunalen und Vereins-Sportstätten einen Sanierungsstau von 100 Millionen Euro ermittelt.

Von Wolfram Hammer und Jens Kürbis

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