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Politik im Norden Schleswig-Holstein wirbt mit Meer und Lübeck
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06:18 11.12.2018
Menschen in anderen Ländern verbinden mit Schleswig-Holstein vor allem Nord- und Ostsee. Damit soll jetzt verstärkt geworben werden, sagt die Tourismusagentur Tash. Quelle: Markus Scholz/dpa
Lübeck/Kiel

Die Tourismusagentur des Landes (Tash) legt erneut einen Kurswechsel im Marketing hin. Zielgruppen-Ansprache und im ganzen Land versteckte kleine „Glückswachstumsgebiete“ waren gestern – künftig soll mit den touristischen Leuchttürmen des Landes um Urlauber geworben werden. „Die Stärken stärken“, nennen FDP-Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz und Tash-Geschäftsführerin Bettina Bunge das.

Meer, Lübeck und etwas Kieler Woche

In einer „Markentreiber-Analyse“ will man diese Stärken zuvor herausgefunden haben, hat dazu bundesweit 1000 Menschen befragt, was sie mit dem Norden verbinden. Das wenig überraschende Ergebnis: Das Meer und Lübeck, dazu noch ein bisschen Kieler Woche. Genau damit wolle man die Menschen jetzt ansprechen, sagt Buchholz. Ein Plakat mit einer barfüßigen Wattwandererin soll etwa in den großen Bahnhöfen anderer Bundesländer für einen Urlaub in Schleswig-Holstein werben (der Slogan: „Watt für die Seele – Das ist Glück“), sagt Bunge – und das auch ganzjährig. Auf einem neuen Magazin – in einer Auflage von 250 000 Stück bunt gedruckt – prangt ebenfalls eine Strandszene. Dazu will man künftig auch mehr digitale Angebote schaffen und die Angebote für Tagungsreisen bündeln.

Bettina Bunge ist Geschäftsführerin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein. Quelle: Frank Molter/dpa

Von der Ankündigung Buchholz’, vor allem auch das Binnenland stärker in den Fokus zu rücken, scheint damit zumindest vordergründig nicht viel mehr übrig zu sein. Bunge versuchte einen bildlichen Vergleich: Man müsse die Menschen quasi erst mal mit dem, was sie mögen, ins „Kaufhaus“ locken. Und das seien eben Nord- und Ostsee. Im Kaufhaus fänden sie dann auch andere interessante Angebote des Landes. Aber „ins Schaufenster“ müsse man eben Lübeck stellen und nicht Kiel. Außerdem würden die einzelnen Regionen ja auch noch selber Marketing betreiben.

Schleswig-Holsteins FDP-Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz ist vom Erfolg der Kampagne überzeugt. Wie viele neue Gäste sie anlockt, mag er aber nicht abschätzen. Quelle: dpa

Eine Prognose oder wenigstens eine Zielmarke, wie viele zusätzliche Besucher die nicht eben billige Werbestrategie 2019 wohl in den Norden lockt, könne man allerdings nicht abgeben, räumte Buchholz auf Nachfrage ein. Begründung: Dazu sei der Etat der Tash viel zu klein – er wird Jahr für Jahr mit 3,1 Millionen Euro Steuerzahlergeld gefüllt. Dass es richtig sei, die Stärken zu stärken, sei aber sicher, glaubt Buchholz – das stehe ja seit 50 Jahren in jedem Marketing-Lehrbuch der Wirtschaftsprofessoren. Mit dem Unbekannten zu werben, habe hingegen keinen Zweck, glaubt der Minister. Dass das Land generell „in Werbung für unser Land weiter investieren“ müsse, stehe ebenso außer Frage. Auch Bettina Bunge sieht noch viel Potenzial, vor allem bei Gästen aus Süddeutschland und aus dem Ausland, aus Dänemark, Österreich und der Schweiz zumal. Die neue Kampagne soll es heben.

Wolfram Hammer

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