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Politik im Norden Wirbel um „Verdi-Schlampe“: Gewerkschafterin will Belege präsentieren
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15:48 27.04.2017
Wer hat recht? Daniel Günther (CDU, links) und Gabriele Schwohn. Quelle: Carsten Rehder/dpa / hfr / Montage: Haller
Kiel

Nach dem Wirbel um ihren Beleidigungs-Vorwurf gegen CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther im TV-Duell hat eine Gewerkschafterin aus Schleswig-Holstein Belege für ihre Behauptung angekündigt. „Es wird zu dem Vorfall eidesstattliche Versicherungen geben“, sagte SPD-Mitglied Gabriele Schwohn der „taz“ (Donnerstagausgabe). Unterdessen hat sich Nord-SPD-Chef Ralf Stegner gut eine Woche vor der Landtagswahl am 7. Mai von den Äußerungen während der Fernsehsendung distanziert.

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Die SPD beteilige sich nicht an Auseinandersetzungen zwischen der Gewerkschafterin und Günther, sagte Stegner. Er warb für einen fairen Umgang im Wahlkampf. „Meine Erwartung an die beiden Beteiligten ist, dass der öffentlich erhobene Vorwurf entweder klar belegt wird oder unmissverständlich zurückgenommen wird.“ Er kenne Günther als hart in der Sache. „Es fällt mir aber schwer, mir vorzustellen, dass er einen solchen Stil wählt“, sagte Stegner.

Schwohn hätte die Vorwürfe gegen Günther bereits in einer Mail vom 11. April an sein Büro erhoben, sagte Stegner. „Ich habe mich damit nicht befasst, da ich mich mit dem Landtagswahlkampf beschäftige - und damit hat das nun überhaupt nichts zu tun - und weder Zeit noch Lust hatte, persönliche Auseinandersetzungen zwischen Oppositionspolitikern und Gewerkschaftsvertretern aus dem Jahr 2014 zu erforschen.“

Ministerpräsident Torsten Albig sagte dem Deutschlandradio am Donnerstag: „Das ist erkennbar die Auseinandersetzung zwischen zwei Menschen, die miteinander vor vielen Jahren etwas erlebt haben, das ich nicht beurteilen kann.“ Seine Erwartung sei, dass beide „erwachsen genug sind, das miteinander zu klären“. Die Äußerung im Fernsehen sei ein „unglücklicher Moment“ gewesen. „So machen wir keinen Wahlkampf hier in Schleswig-Holstein.“

Günther sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Herr Stegner hat mich heute angerufen und sich vom Verhalten des SPD-Kreisvorstandsmitglieds Gabi Schwohn distanziert“. Er fügte hinzu: „Für mich ist diese Sache damit erledigt.“

Wenige Minuten vor Ende des einzigen TV-Duells zwischen Albig und Günther am Dienstagabend im NDR-Fernsehen hatte es den Eklat gegeben. „Sie haben mich mal Verdi-Schlampe genannt im Landtag“, warf Schwohn aus dem Publikum dem CDU-Mann vor. Günther habe mit Gewerkschaften ja „nicht so viel am Hut“. Als der 43-Jährige vor laufender Kamera vehement widersprach, ihm sei eine solche Wortwahl fremd, legte sie nach: „Das können wir nachlesen.“

Nach Angaben eines Sprechers des Landtags ist der „Begriff „Verdi-Schlampe“ nachweislich nicht im schleswig-holsteinischen Landtag protokolliert worden, weder im Plenarprotokoll noch in einem Ausschussprotokoll“. Auch der Geschäftsführer des Bildungsausschusses erinnert sich nicht an entsprechende Äußerungen in der fraglichen Sitzung des Gremiums im September 2014.

Stegner sagte dazu am Donnerstag, Albig oder die SPD hätten keinerlei Einfluss auf die Auswahl des Publikums für die Live-Sendung aus einem Lübecker Kulturzentrum gehabt. Albig habe die Frau allerdings vor Beginn der Sendung im Publikum entdeckt und den NDR darüber informiert. „Das wurde vom NDR aber lediglich zur Kenntnis genommen.“

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