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Politik im Rest der Welt 16-Jährige aus Dresden im Irak verhaftet
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13:41 24.07.2017
Hunderte der IS-Mitgliedschaft verdächtige Menschen sitzen derzeit in Mossul in solchen provisorischen Gefängnissen.

Nach der Festnahme ausländischer IS-Kämpferinnen in einem Tunnelsystem der irakischen Stadt Mossul ist eine 16-Jährige aus Sachsen identifiziert worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden sagte, seine Behörde wisse aber nicht, ob die Deutsche zur Gruppe der in Mossul festgenommenen Kämpferinnen gehört. Linda W. aus Pulsnitz bei Dresden werde von der deutschen Botschaft im Irak betreut. Weitere Angaben wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht machen.

In der irakischen Hauptstadt Bagdad sitzen nach „Spiegel“-Informationen vier deutsche Frauen in Haft, die sich in den vergangenen Jahren der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben.

Sie seien in den Tagen nach der Befreiung Mossuls gefangen genommen worden. Unter den Gefangenen sei auch die 16-Jährige.

Anfang der Woche übermittelten die Iraker der deutschen Botschaft in Bagdad demnach eine Liste mit den Namen der Deutschen. Am Donnerstag konnten Diplomaten alle vier Frauen in einem Gefängnis am Flughafen der Hauptstadt besuchen. Ihnen gehe es nach einer ersten Einschätzung den Umständen entsprechend gut. Eine der Deutschen habe marokkanische Wurzeln, eine andere stamme offenbar aus Tschetschenien, habe aber einen deutschen Pass.

Die Schülerin aus Pulsnitz war im Sommer 2016 verschwunden, kurz nachdem sie zum Islam konvertiert war. Sie soll über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt gestanden haben. Die damals 15-Jährige hatte einen Flug in die Türkei gebucht und war mit einer gefälschten Vollacht ihrer Eltern nach Istanbul gflogen.

Über eine Festnahme der 16-Jährigen hatte es in den vergangenen Tagen widersprüchliche Angaben gegeben. Alle festgenommenen Frauen seien älter als 30 Jahre, hatte ein Offizier der irakischen Anti-Terror-Einheiten erklärt. Die Frauen hätten Waffen und Sprengstoffgürtel in ihrem Besitz gehabt, um die irakischen Truppen anzugreifen. Demnach arbeiteten sie für die Polizei des IS. Unter den Festgenommenen seien auch Frauen aus Russland, der Türkei, Kanada und Tschetschenien gewesen.

In den vergangenen Jahren waren insgesamt mehr als 930 Islamisten aus Deutschland Richtung Syrien und Irak ausgereist, um sich dort dem IS anzuschließen. 20 Prozent der bislang Ausgereisten waren nach Angaben des Verfassungsschutzes Frauen, 5 Prozent Minderjährige. Von den Unter-18-Jährigen war die Hälfte weiblich. Inzwischen sind von den ausgereisten Islamisten 145 tot.

LN

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