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Politik im Rest der Welt Abe äußert tiefe Reue für Japans Verbrechen
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21:16 14.08.2015

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat angesichts der Verantwortung seines Landes im Zweiten Weltkrieg „tiefe Reue“ geäußert. In einer mit Spannung erwarteten Rede anlässlich des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren sagte Abe gestern, Japan habe immer wieder seine „tiefe Reue und innige Entschuldigung“ für seine Aktionen im Krieg geäußert. In „leisem Stolz“, 70 Jahre lang den Weg als „friedliebende Nation“ gegangen zu sein, bleibe Japan entschlossen, von diesem Kurs niemals abzukommen, gelobte der Premier. „Diese von früheren Regierungen artikulierten Positionen sind auch in der Zukunft unerschütterlich.“ Abe äußerte sich bei einer Pressekonferenz in seiner offiziellen Residenz in Tokio.

Mit Blick auf China gestand Abe „unermessliches Leid“ ein, das durch Japans Militär verursacht worden sei. Allen asiatischen Nachbarn und früheren Kriegsgegnern übermittelte er seine „tiefe Trauer und ewiges Mitgefühl“. In China wurden nach Angaben Pekings durch Japans Invasion und Besatzung mehr als 20 Millionen Menschen getötet. Korea litt unter einer 35-jährigen japanischen Kolonialherrschaft, die 1945 endete.

Der japanische Ministerpräsident befreite die kommenden Generationen aber auch von der Verpflichtung zur ewigen Entschuldigung: „Unsere Kinder, Enkel und die kommenden Generationen, die nichts mit dem Krieg zu tun haben, dürfen nicht zum Entschuldigen verpflichtet werden.“

Schließlich versicherte der rechtskonservative Politiker, er werde „mehr als jemals zuvor“ zum globalen Frieden beitragen. Was manche Kritiker im In- und Ausland als scheinheilig bezeichnen: Das japanische Parlament berät derzeit abschließend Sicherheitsgesetze, die Japan trotz seiner pazifistischen Verfassung erstmals seit Kriegsende Militäreinsätze an der Seite der USA im Ausland ermöglichen würden.

China nannte AbesÄußerungen eine „Gratwanderung mit sprachlichen Tricks“. Seine Erklärung falle hinter die Worte 1995 von Premier Murayama zurück, der „mutig und ehrlich“ Japans Kriegsvergangenheit angesprochen habe. „Ehrliche Aktionen“ verlangte Südkoreas Außenminister Yun Byung. Abe habe es versäumt, sich direkt zu entschuldigen, wurde der Sprecher der regierenden Partei Saenur deutlicher.

Mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945 endete damals der Zweite Weltkrieg. Zuvor hatte die US-Armee zwei Atombomben abgeworfen und Japan in die Knie gezwungen.

LN

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