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Politik im Rest der Welt Abschied von Guido Westerwelle
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20:20 02.04.2016
Ein schwerer Gang: Der Mann von Guido Westerwelle, Michael Mronz (2.v.r), wird am Eingang zur Kirche von Angehörigen getröstet.

Es ist ein emotionaler, bewegender Abschied. Die Spitzen des Staates sind gekommen, um Guido Westerwelle die letzte Ehre zu erweisen: Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Merkel sagt in einer sehr persönlichen Ansprache, sie und Westerwelle hätten sich auch nach seiner Zeit als Außenminister nie aus den Augen verloren. „Wir haben uns immer auch über das Leben ausgetauscht.“

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Viel Prominenz aus Politik und Showgeschäft erweist dem ehemaligen Außenminister die letzte Ehre.

Westerwelle (kl. Foto) sei ein leidenschaftlicher Politiker gewesen, ein empfindsamer und streitbarer Mensch, der sie ebenso „zur Weißglut“ wie zum Lachen habe bringen können, erzählt Merkel. Der FDP-Politiker werde ihr als „überzeugter Vertreter des deutschen Liberalismus“ und Kämpfer für Menschenrechte und Freiheit fehlen, vor allem aber: „Ich persönlich werde dich als Menschen und Vertrauten vermissen.“

Seine letzten Monate verbrachte Westerwelle in der Kölner Uniklinik, wo er am 18. März mit 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung starb. Mehrfach werden in der Trauerfeier die Bemühungen von Ärzten und Pflegepersonal hervorgehoben — sein behandelnder Klinik-Arzt sitzt in der ersten Reihe.

Für den Musikliebhaber Westerwelle intoniert der Chor der Oper Köln „O welche Lust“ aus der Beethoven-Oper „Fidelio“. Die Klassische Philharmonie Bonn spielt aus Verdis „La Traviata“ und „Nabucco“.

Hochemotional wird es, als Vicky Leandros, eine enge Freundin Westerwelles, eine umgetextete Version des Liedes „Ich liebe das Leben“ anstimmt: „Schön war die Zeit mit dir. Wir wissen, du liebst das Leben. Und weinen wir heute sehr um dich, du bleibst im Herzen sicherlich.“ Ihr Gesang rührt viele der Trauergäste zu Tränen.

Wie ein zusätzlicher Schatten liegt der Tod von Hans-Dietrich Genscher über der Trauergemeinde. Genscher, Westerwelles Vorbild und sein Vorgänger in den Ämtern des Außenministers und FDP-Vorsitzenden, war am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben.

Die Trauer um Westerwelle vereint Politiker über Parteigrenzen hinweg. Gekommen sind unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), FDP-Chef Christian Lindner, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihre Stellvertreterin Sylvia Löhrmann (Grüne). Zudem sind viele Prominente aus Medien, Unterhaltung, Kunst und Kultur gekommen, die Schauspielerin Veronica Ferres trägt eine Lesung vor.

Auch die Anteilnahme der Bevölkerung ist groß: Nach der nicht öffentlichen Bestattung strömen hunderte Menschen zum Grab auf dem Melaten-Friedhof. Cecilia Hammer etwa ist schon am frühen Morgen aus Frankfurt losgefahren zu zollen: „Er war eine Person, die sagt, was sie denkt und damit auch aneckt. Er war sehr direkt und hat seine Homosexualität mutig gelebt, mit allen Konsequenzen.“

LN

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