Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Ärzte rechneten fest mit dem Tod von Skripal
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Ärzte rechneten fest mit dem Tod von Skripal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:47 29.05.2018
Großbritannien, Gillingham: Soldaten tragen Schutzanzüge während der Ermittlungen zur Vergiftung des Ex-Doppelagent Skripal und dessen Tochter. Quelle: dpa
Anzeige
London

Nach der Entlassung des früheren russischen Geheimdienstagenten Sergej Skripal und seiner Tochter Julia sind die britischen Ärzte unsicher über die Langzeitprognose für die beiden. Die medizinische Direktorin des Bezirkskrankenhauses von Salisbury, Christine Blanshard, sagte am Dienstag der BBC, die Langzeitwirkung des Nervengifts Nowitschok, mit dem der Anschlag auf die Skripals verübt wurde, sei schlicht unbekannt.

Bei den Skripals seien neue Ansätze bekannter Behandlungen ausprobiert worden. Der behandelnde Facharzt Jukes nannte es überraschend, wie schnell sich beide erholt hätten. Nach Ansicht seiner Kollegen ist der Erfolg auf die sehr gute Intensivpflege und die exzellente Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften zurückzuführen.

Fachärzte und Chemiewaffenexperten hatten schon zuvor darauf hingewiesen, dass die Skripals zwar über den Berg seien, aber trotzdem chronische oder später auftretende Schäden nicht ausgeschlossen werden können. „Wir haben eine gesamte Welterfahrung von drei Patienten, die mit Nowitschok vergiftet wurden“, sagte Blanshard. Damit meinte sie die Skripals und einen Polizisten, der ihnen geholfen hatte.

Die Briten machen weiterhin Russland verantwortlich

Vater und Tochter Skripal wurden am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in Salisbury aufgefunden. Sie lagen wochenlang in kritischem Zustand im Koma, konnten aber inzwischen das Krankenhaus verlassen.

Skripal ist ein ehemaliger, in Russland zu mehrjähriger Haft verurteilter Doppelagent. Er kam durch einen Gefangenenaustausch frei und lebt seitdem in England. Seine Tochter hatte ihn in Salisbury besucht.

Großbritannien hat Russland für den Anschlag mit dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift verantwortlich gemacht. Moskau hat das vehement dementiert. Der Fall führte zur Ausweisung Dutzender Diplomaten in Europa, den USA und Russland.

Von dpa/AP/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einer Bande von Betrügern gelang es jahrelang, die Berliner Ausländerbehörde an der Nase herumzuführen. Mit Scheinehen sollen die Betrüger mehr als 200 Menschen illegal Aufenthaltsgenehmigungen beschafft haben. Dabei hatte die Behörde offenbar Kenntnis von dem Fall.

29.05.2018

Schockbilder auf Zigarettenschachteln verstärken bei jungen Nichtrauchern negative Haltungen zum Rauchen. Auf rauchende Schüler wirken sie deutlich weniger emotional.

29.05.2018

Die Grünen dringen in der Affäre um unrechtmäßige Asylbescheide des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge auf Transparenz.

29.05.2018
Anzeige