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Politik im Rest der Welt „Alle Amerikaner sind verwundet“
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23:24 09.07.2016
Trauer in Dallas und den ganzen USA Quelle: Josh Edelso/afp

. Nach den Todesschüssen auf fünf Polizisten in Dallas wächst in den USA die Sorge, dass es zu einer weiteren Eskalation der Gewalt kommt. In vielen US-Städten waren auch am Wochenende neue Protestaktionen gegen Polizeigewalt geplant. Bei einer Demonstration in New York in der Nacht zu gestern gab es Dutzende Festnahmen. In Dallas konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Motive des Polizistenmörders.

US-Präsident Barack Obama wird Anfang der Woche in Dallas erwartet. Er verkürzte wegen des geplanten Besuches eine Visite in Spanien im Anschluss an den Nato-Gipfel in Polen.

Der 25-jährige Micah Johnson hatte in der texanischen Stadt während einer Demonstration gegen Polizeigewalt fünf Polizisten erschossen und fünf weitere sowie zwei Zivilisten verletzt. Nach Erkenntnissen der Polizei war er wohl der alleinige Schütze, es könne aber Komplizen geben, wie der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sagte.

Als wahrscheinliches Tatmotiv gilt Hass auf Weiße. Darauf deuten Äußerungen des Mannes bei Verhandlungen mit Polizisten vor seinem Tod und Facebook-Eintragungen hin, in denen Johnson Sympathien für schwarzen Extremistengruppen äußert. Wie weiter bekannt wurde, war der 25-Jährige ein Heeresveteran und Ende 2013 in Afghanistan eingesetzt, allerdings als Tischler, schrieb die „New York Times“. Nach anderen Berichten musste Johnson den Afghanistan-Einsatz nach Vorwürfen sexueller Belästigung einer Soldatin vorzeitig beenden.

US-Vizepräsident Joe Biden, der anstelle des abwesenden Obama gestern die wöchentliche Rundfunkansprache hielt, rief dazu auf, Konflikte und Spaltungen friedlich zu überwinden. Alle Amerikaner seien durch „all diese Todesfälle“ verwundet, sagte Biden. Auch schwarze Bürgerrechtler erneuerten ihre Aufrufe zur Mäßigung: Die Gewalt gegen Schwarze müsse beendet werden, aber die Lösung könne keinesfalls schwarze Gewalt gegen Polizisten sein.

LN

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