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Politik im Rest der Welt „Alle wissen, was als nächstes passiert“
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22:16 23.04.2016

Am Sonntag eröffnet US-Präsident Barack Obama in Hannover die weltgrößte Industrieschau. Das Drehbuch dafür steht schon lange fest. Michael Rose (50), seit elf Jahren Leiter des Bereichs Protokoll, Kongresse und Events bei der Deutschen Messe AG, soll dafür sorgen, dass nichts Unvorhergesehenes passiert.

Wer hat es geschafft, den US-Präsidenten auf die Messe zu locken?

Michael Rose: Obama kommt nach Hannover, weil Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn eingeladen hat. Wir müssen die Vorarbeit leisten und dafür sorgen, dass genügend Aussteller aus dem Partnerland dabei sind. In diesem Jahr sind es mehr als 450 amerikanische Unternehmen. Zum anderen vertrauen die Bundeskanzlerin und das Bundespresseamt der Deutschen Messe AG, dass wir hier einen angemessenen Rahmen für einen so hochkarätigen Auftritt schaffen.

Wie wird die Entscheidung getroffen, welche Stände Obama und Merkel besuchen?

Rose: Das Interesse der Aussteller, berücksichtigt zu werden, ist riesig. Alle bemühen sich um diesen Besuch mit einem formellen Akt, indem sie die Bundeskanzlerin und den Präsidenten einladen. Das ergibt eine lange Liste, die gemeinsam abgestimmt wird. Die Entscheidung, welche Unternehmen außerhalb des amerikanischen Pavillons besucht werden, obliegt allein der Bundeskanzlerin.

Kann der Präsident beim Rundgang sagen: „Dort hinten ist ein schöner Stand, den will ich mir ansehen!“?

Rose: Das kann der Präsident immer sagen. Aber es ist jeder Schritt bei der Eröffnungsveranstaltung und auf dem Messegelände mit den Amerikanern besprochen und abgestimmt. Es darf keine Überraschung geben. Das ist die Aufgabe von Protokoll, dass wir sicherstellen, dass alle wichtigen Personen wissen, was als nächstes passiert.

Vor drei Jahren hat das nicht ganz geklappt. Damals stürmten beim Messe-Rundgang halbnackte Femen-Aktivistinnen auf Putin zu. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Rose: Es ging alles sehr schnell, da war nicht viel Zeit zum Denken. Mir war klar, hier läuft gerade etwas schief, ich muss reagieren.

Sie haben sich dann zwischen den Präsidenten und eine Aktivistin gedrängt.

Rose: Die Sicherheitsleute bewegten sich bereits in eine andere Richtung. Insofern stand ich besser als andere, um einzuschreiten. Um wieder auf Obama zu kommen: Der Rundgang ist anders strukturiert als bei früheren Staatsgästen. Alle Laufwege sind abgestimmt.

LN

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