Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Amnesty erhebt Vorwürfe gegen irakische Streitkräfte
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Amnesty erhebt Vorwürfe gegen irakische Streitkräfte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 10.11.2016
Anzeige
London/Bagdad

Irakische Sicherheitskräfte sollen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mehrere Menschen nahe Mossul hingerichtet haben.

Bewaffnete Männer in Polizeiuniformen hätten bis zu sechs Menschen kaltblütig erschossen, berichtete Amnesty. Einige Opfer seien vorher gefoltert worden. Die Sicherheitskräfte hätten ihnen Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen.

Die Millionenstadt Mossul ist das Machtzentrum des IS im Irak. Irakische Truppen versuchen derzeit, mit Hilfe kurdischer Milizen und westlicher Unterstützung die Stadt zu erobern.

„Die irakischen Behörden müssen umgehend gründliche und unabhängige Untersuchungen dieser Vorfälle durchführen“, forderte die stellvertretende Direktorin des Amnesty-Büros in Beirut, Lynn Maalouf. Die Regierung müsse alle Personen vom Dienst suspendieren, die im Verdacht stünden, Kriegsverbrechen begangen zu haben.

Maalouf befürchtet, dass sich ähnliche Vorfälle im Zuge der Offensive auf die IS-Hochburg Mossul wiederholen könnten. Hinrichtungen dieser Art verstießen gegen internationales Recht.

Nach Informationen von Amnesty ereigneten sich die Vorfälle südlich von Mossul. Mehrere Bewohner befreiter Orte seien gefesselt oder mit Kabeln und Gewehrkolben geschlagen worden, bevor einige erschossen worden seien. Teilweise seien ihre Leichen verstümmelt oder mit verbundenen Augen aufgefunden worden. Die Getöteten seien allesamt ohne Autopsie beigesetzt worden.

Hunderte Menschen sollen im Süden Mossuls zuvor von IS-Terroristen entführt worden sein, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, wie Amnesty berichtete. Einige der von den Uniformierten Getöteten seien zuvor nur mit knapper Not diesen Entführungen entkommen.

Über ähnliche Übergriffe irakischer Sicherheitskräfte hatte die Menschenrechtsorganisation bereits im Mai diesen Jahres bei der Befreiung von Falludscha berichtet. Auch damals sollen Uniformierte der staatlichen Polizei beteiligt gewesen sein.

Irakische Streitkräfte rücken zusammen mit Verbündeten seit Wochen auf die irakische IS-Hochburg Mossul vor.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum dritten Mal innerhalb weniger Monte ziehen Rechtsextreme durch Jena. Mehr als 1500 Menschen gehen dagegen auf die Straße. Dabei kommt es zu Ausschreitungen: Vier Polizisten werden verletzt, mehrere Gegendemonstranten werden festgenommen.

10.11.2016

Im Wahlkampf hat Trump die Bündnispflichten in Frage gestellt. Die Nato-Partner sollten für militärischen Schutz zahlen. Nach seinem Wahlsieg beginnt die Debatte über die Folgen für Europa.

10.11.2016

Bei Demonstrationen gegen einen Aufmarsch von etwa 60 Rechtsextremen in Jena am Jahrestag der Pogromnacht von 1938 sind mindestens drei Polizisten verletzt worden.

10.11.2016
Anzeige