Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Atomstreit: Iran gewährt Inspektoren Einblicke
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Atomstreit: Iran gewährt Inspektoren Einblicke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 11.11.2013
Irans Atomchef Ali-Akbar Salehi (l.) und IAEA-Chef Yukiya Amano unterzeichneten die Vereinbarung in Teheran. Quelle: AFP
Teheran

Der Iran will sich in Zukunft zumindest bei Planungen für neue Atomanlagen vorab in die Karten schauen lassen. Das ist der Kernpunkt einer Abmachung, die der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, und Irans Atomchef Ali-Akbar Salehi gestern in Teheran unterzeichneten. „Dies ist ein wichtiger Schritt vorwärts, aber es bleibt noch viel mehr zu tun“, sagte Amano. Die Vereinbarung von Teheran soll als Fahrplan für die weitere Zusammenarbeit dienen und die Inspektion von einigen Atomanlagen erleichtern. Alle Maßnahmen sollen schrittweise umgesetzt werden. Die IAEA ihrerseits will das Sicherheitsbedürfnis des Irans und den Schutz vertraulicher Informationen beachten. Die Vereinbarung wurde als positives Zeichen auch für die auf den 20. November vertagten Atomgespräche der fünf UN-Vetomächte plus Deutschland mit dem Iran gewertet.

Aus diplomatischen Kreisen verlautete, die Erlaubnis für eine Inspektion der Militäranlage Parchin — ein wichtiges Anliegen der IAEA — sei zunächst nicht gewährt worden. Westliche Geheimdienste vermuten, dass dort Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen stattgefunden haben. Auch die Untersuchung von anderen Projekten zur mutmaßlichen Forschung an Atomwaffen wurde zunächst ausgeklammert. Die Atomenergiebehörde solle jedoch einen besseren Zugang zum Forschungsreaktor Arak und zu einer Uranmine bekommen, hieß es. Der Iran hat mehrfach betont, ohne Anerkennung seines Rechts auf ein friedliches Atomprogramm und ohne Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen sei eine Inspektion von Parchin unmöglich. Beide Forderungen wurden bisher von der internationalen Gemeinschaft nicht erfüllt.

Dreitägige politische Verhandlungen der fünf UN-Vetomächte (USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich) und Deutschlands mit dem Iran waren am Sonnabend in Genf ohne die erhoffte Einigung beendet worden. Beide Seiten vereinbarten ein neues Treffen am 20. November in Genf. Ziel ist eine Übergangslösung, wonach Teheran zunächst sein Atomprogramm für sechs Monate einfriert. Im Gegenzug sollen einige Wirtschaftssanktionen gegen das Land ausgesetzt werden.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Regierungsprogramm nimmt langsam Gestalt an. Aber viele Streitthemen wurden vertagt.

11.11.2013

50 Tage in Haft — jetzt bewegt sich die russische Justiz nach weltweitem Protest.

11.11.2013

Nordkorea: Todesstrafe für das Anschauen westlicher TV-Sendungen.

11.11.2013