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Politik im Rest der Welt Auch das noch: Liberale bei Berliner Runde ausgeladen
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09:40 23.09.2013
Fünf Parteichefs in der Elefantenrunde: links Gerda Hasselfeldt (CSU) und Angela Merkel (CDU), auf der rechten Seite (v.l.) Peer Steinbrück (SPD), Jürgen Trittin (Grüne) und Bernd Riexinger (Linke). Quelle: dpa
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Berlin

Acht Jahre ist es her, dass ein latent aggressiver, pöbelnder Bundeskanzler die Elefantenrunde am Wahlabend aufmischte. Eine dreiviertel Stunde dauerte die Show von Gerhard Schröder (SPD). Zuschauer und Moderatoren staunten über das immer größer werdende Ego des offensichtlichen Wahlverlierers. Vielleicht hätte gestern Abend ein Spitzenmann der FDP für ähnlich hochkochende Emotionen in der Berliner Runde im ZDF gesorgt. Doch die Wahlverlierer durften nicht mit an den Tisch. Nur die zum aktuellen Zeitpunkt im Bundestag vertretenen Parteien waren geladen, um Stellung zum Wahlergebnis und den daraus resultierenden Folgen zu beziehen.Diese Begründung hatte auch die ARD-Pressestelle auf dem Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet.

Dort hatte es zu heftiger Kritik geführt, dass weder FDP noch AfD zur Berliner Runde geladen worden waren – obwohl vor allem die AfD zu diesem Zeitpunkt ganz nah an der Fünf-Prozent-Hürde lag. Das Medienmagazin beklagte: „FDP und AfD wären doch die spannendsten Gäste gewesen.“ In der Fünfer-Runde blieb dann die einzig spannende Frage unbeantwortet: Wer mit wem? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) antwortete nur knapp und vertröstete auf die nächsten Tage. Peer Steinbrück, gescheiterter Kanzlerkandidat der SPD, gratulierte seiner Gegnerin im Fußballjargon – „Der Ball liegt im Spielfeld von Frau Merkel“ – und schloss die Linkspartei als nicht koalitionsfähig aus.

Dass die FDP nicht mit am Tisch sitzen durfte, wollte die Kanzlerin nicht auf ihre Kappe nehmen. „Ich bin für vieles verantwortlich, nicht für alles“, sagte sie und ergänzte, sie könne sich nicht erinnern, dass die CDU jemals darum gebeten habe, eine andere Partei zu wählen – letzte Kritik an der Zweitstimmen-Kampagne der FDP. Ein spannungsreicher Schlagabtausch blieb in der Elefantenrunde aus. Das politische Personal präsentierte sich vom Wahlkampf gezeichnet. Schlapp und müde. Emotionen hatte es zuvor gegeben. Denn auch wenn die Stunde bitter war, so war es der große Fernsehmoment des Christian Lindner. Der FDP-Generalsekretär wurde zum Antihelden des Fernsehwahlabends. Zwischen Prognosen und Hochrechnungen war er der erste, der sich vor die Mikros traute und auf Fragen wie „Hand aufs Herz, wie tief schauen Sie heute Abend in den politischen Abgrund?“ tapfer und unermüdlich antwortete: „Es ist die bitterste Stunde seit unserer Gründung 1949.“ Nora Lysk

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