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Frank-Walter Steinmeier macht Antrittsbesuch in Athen.

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Bundespräsident Frank Walter Steinmeier stößt mit seinem Amtskollegen Prokopis Pavlopoulos an.

Quelle: Foto: Action Press

Athen. Die deutsch-griechischen Beziehungen haben schon schlechtere Zeiten gesehen, und das liegt noch gar nicht lange zurück. Beim Besuch des Bundespräsidenten an diesem Wochenende sollten alte Rechnungen aber nicht im Vordergrund stehen. Frank-Walter Steinmeiers zentrale Botschaft lautete: Die Griechen haben Unterstützung verdient. Dass zeitgleich auf Malta die Euro-Finanzminister bei ihren Verhandlungen über die griechischen Schulden Fortschritte gemacht haben, passt ins positive Bild.

Es sei jetzt nicht die Zeit, „kleine oder größere Anpassungen zu diskutieren“, sagte Steinmeier und sicherte seinen Gastgebern auch künftig Unterstützung zu. Bei einem Abendessen mit seinem Amtskollegen Prokopis Pavlopoulos forderte Steinmeier Solidarität mit Griechenland in der Flüchtlingskrise. Er erinnerte zudem an die Folgen der Eurokrise, die viele Menschen in Griechenland belasteten. „Und als ob das nicht reichen würde, stemmt Ihr Land auch in der Flüchtlingskrise enorme Lasten. Dafür sind wir, die übrigen Europäer, nicht nur dankbar – dafür schulden wir Ihnen Unterstützung und Solidarität.“

Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos betonte, Griechenland werde alle Verpflichtungen gegenüber seinen Gläubigern erfüllen. „Wir sind bereit, mit Europa und allen voran mit Deutschland zusammenzuarbeiten, damit wir Europa wieder stark und attraktiv machen“, sagte er. Das umstrittene Thema der Reparationszahlungen sprach der Präsident nur vorsichtig an. Griechenland vertrete die Forderungen nicht einseitig, sondern „im Rahmen des Internationalen Rechts und der europäischen Rechtskultur.“ In den vergangenen Jahren waren Forderungen nach Entschädigungen für deutsche Kriegsverbrechen in Höhe von bis zu 330 Milliarden Euro vorgetragen worden. Die Bundesregierung halt das Thema für juristisch erledigt.

Zusammen mit Pavlopoulos eröffnete Steinmeier gestern außerdem die weltweit wichtigste Kunstausstellung documenta 14, die in diesem Jahr in Kassel und in Athen stattfindet. Die Ausstellung steht unter dem Motto „Von Athen lernen“. Für documenta-Leiter Adam Szymczyk ist das auch ein politisches Statement: raus aus der Komfortzone Mitteleuropas hin zum krisengeschüttelten Rand des Kontinents.

LN

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