Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt Maas wirbt für Verlängerung von Afghanistan-Einsatz
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt Maas wirbt für Verlängerung von Afghanistan-Einsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:29 10.03.2019
„Deutschland steht zu seiner Verantwortung“: Außenminister Heiko Maas (SPD). Quelle: Thomas Imo/imago
Masar-e-Scharif

Außenminister Heiko Maas ist am Sonntagabend zu einem Besuch in Afghanistan eingetroffen – dem ersten in seiner Zeit als Chefdiplomat der Bundesrepublik. Er wolle ein „klares Zeichen“ setzen, so der SPD-Politiker: „Deutschland steht zu seiner Verantwortung, die wir als zweitgrößter Geber und Truppensteller in Afghanistan übernommen haben.“

Gleich nach seiner Ankunft im Feldlager der Bundeswehr in der nordafghanischen Stadt Masar-e-Scharif kam Maas mit Diplomaten und Militärs zusammen, um sich über den Stand der Ausbildungsmission „Resolute Support“ zu informieren.

Das Bundeswehrmandat läuft aus

Die Bundeswehr ist zurzeit mit bis zu 1300 Soldaten an der Mission beteiligt, die in erster Linie die Aus- und Weiterbildung afghanischer Polizisten und Militärs vorsieht. Das Bundeswehrmandat läuft in diesem Monat aus. Über eine abermalige einjährige Verlängerung wird der Bundestag voraussichtlich in der übernächsten Woche entscheiden.

Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geht nun schon ins 18. Jahr – nie zuvor dürfte ihr Verbleib am Hindukusch so umstritten gewesen sein wie jetzt. Das liegt zum einen an den vagen Rückzugsabsichten von US-Präsident Donald Trump: Dieser hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Zahl der derzeit 14.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten halbieren zu wollen. Sollte es so kommen, dürfte die Nato-Mission wohl kaum in ihrer jetzigen Form umsetzbar sein. Die Bundeswehr ist wie andere Verbände auch auf die Logistik und den Schutz durch die US-Armee angewiesen.

Die Taliban –zurück an die Macht?

Zum anderen stellen die kürzlich von den USA mit den Taliban aufgenommenen Gespräche über eine Nachkriegsordnung den Zweck des Einsatzes infrage. Schließlich stand 2001, als die Nato unter dem Eindruck der New Yorker Anschläge vom 11. September den Einsatz begann, der Sturz der Taliban im Fokus. Inzwischen aber kontrollieren die Taliban weite Teile des Landes, während die Macht der afghanischen Regierung kaum über die Hauptstadt Kabul hinausreicht.

Maas besucht auch Pakistan

Maas‘ zufolge ist mit den Gesprächen zwischen Washington und den Taliban „Bewegung“ in den Friedensprozess gekommen. Doch der Außenminister ist zugleich skeptisch: „Ein Friedensprozess muss den Menschen in Afghanistan tatsächlich den Weg in eine sichere Zukunft eröffnen. Es darf keine Rückkehr in eine schmerzhafte Vergangenheit bedeuten“, sagte der SPD-Politiker am Sonntag. Maas warnte vor einem Verlust jüngster Errungenschaften bei Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit.

Nach seinem Besuch in Afghanistan wird der Bundesaußenminister nach Pakistan weiterreisen. Dort liege „ein wichtiger Schlüssel für ein stabiles Afghanistan“, so Maas.

Lesen Sie auch: Was Afghanistan-Soldaten bei Politik und Bevölkerung vermissen

Von Marina Kormbaki/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Weniger Tage nach Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ein Europa-Papier vorgelegt. Darin stimmt sie dem Franzosen in einem wichtigen Punkt zu, in vielen anderen aber nicht. Ein Überblick.

10.03.2019

Nach einer Trennung kümmert sich die Mutter um die Kinder und der Vater zahlt: Dieses traditionelle Modell ist aus Sicht vieler unzeitgemäß - und bildet auch vielfach nicht mehr die Realität ab. Die Familienministerin will daher die Unterhaltsfrage neu angehen – Väter sollen profitieren.

10.03.2019

Die Türkei hatte ihnen die Akkreditierung verweigert, jetzt haben ZDF-Korrespondent Jörg Brase und „Tagesspiegel“-Reporter Thomas Seibert das Land verlassen. Vor ihrem Abflug fanden sie deutliche Worte.

10.03.2019