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Politik im Rest der Welt Auto fährt in Menschenmenge in Peking
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07:00 29.10.2013
Die Verbotene Stadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist ein stark besuchtes Touristenziel. Foto: Diego Azubel
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Peking

Mindestens fünf Menschen sind vor dem Kaiserpalast in Peking ums Leben gekommen, als ein Auto in eine Menschenmenge gefahren und anschließend in Flammen aufgegangen ist.

38 Touristen und Polizisten wurden verletzt, als der Geländewagen gegen eine antike Steinbrücke vor der Verbotenen Stadt krachte und Feuer fing, wie die Pekinger Polizei im Internet mitteilte.

„Ich habe noch die Hupe des Autos gehört. Aber da war es schon zu spät. Es ging alles so schnell“, sagte eine 23 Jahre alte Augenzeugin aus den Philippinen der Zeitung „Nanfang Dushibao“. Unter den Todesopfern sind neben dem Fahrer des Autos und seinen beiden Passagieren auch eine Reisende aus den Philippinen und ein Tourist aus der südchinesischen Provinz Guangdong, hieß es in dem Polizeibericht.

Die Augenzeugin erzählte: „Wir hatten uns vorher den Kaiserpalast angeschaut und wollten zum Tian'anmen Platz gehen.“ Als das Auto kam, sei sie ohnmächtig geworden. „Im nächsten Moment lagen wir alle auf dem Boden.“ Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer Schwester wird die Frau im Krankenhaus versorgt. Später schreiben chinesische Medien, die getötete Frau sei die Mutter der Augenzeugin. Die Polizei äußert sich nicht dazu. Unter den Verletzten ist auch ein Tourist aus Japan.

Unmittelbar nach dem Unglück um 12.05 Uhr Ortszeit kursierten die ersten Fotos in Sozialen Netzwerken. Einige zeigen ein brennendes Auto an der Jinshui-Brücke, unmittelbar vor dem Eingang zur Verbotenen Stadt. Auf anderen Bildern bauen Sicherheitskräfte Absperrungen um die Unfallstelle auf. Wenige Stunden nach dem Unglück ist das Gelände geräumt, und kaum etwas gibt einen Hinweis auf ein Feuer, Tote oder Verletzte. Eine U-Bahn-Station in der Nähe des Eingangs zur Verbotenen Stadt wurde zwischenzeitig gesperrt.

Das Areal unmittelbar vor der Verbotenen Stadt ist normalerweise für Autos gesperrt. Mehrere Steinbrücken führen zum Südeingang des Kaiserpalastes. Metallsperren grenzen den Fußgängerweg von der mehrspurigen Changan-Straße ab. Auf der anderen Straßenseite gegenüber liegt der Tian'anmen Platz. Es war zunächst nicht bekannt, wie der Wagen hinter die Absperrung kommen konnte.

Das gesamte Gebiet gehört zu dem am besten bewachten und politisch heikelsten Plätzen Chinas. Westlich vom Tian'anmen Platz liegt die Große Halle des Volkes, Sitz des chinesischen Parlamentes. Wenige hundert Meter entfernt residiert Chinas Staatsführung auf dem abgeschirmten „Zhongnanhai“-Gelände.

Die Verbotene Stadt gehört zum Unesco-Weltkulturerbe und ist eines der meistbesuchten Touristenziele Chinas. Bis zur Revolution 1911 residierten die letzten Kaiser Chinas in dem Palast im Zentrum Pekings.

Auf dem gegenüberliegenden Tian'anmen Platz (Platz des Himmlischen Friedens) hatten 1989 über Wochen Hunderte Studenten campiert und politische Reformen gefordert. In der Nacht zum 4. Juni 1989 schlug die chinesische Armee die Bewegung blutig nieder. Die Soldaten eröffneten das Feuer und gingen mit Panzern gegen Demonstranten vor.

dpa

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