Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Politik im Rest der Welt BVB-Anschlag: Die Ermittler tappen noch im Dunkeln
Nachrichten Politik Politik im Rest der Welt BVB-Anschlag: Die Ermittler tappen noch im Dunkeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:13 13.04.2017

Am Tag nach dem Anschlag auf den  Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hatten die Behörden zwei Tatverdächtige präsentiert.

Doch gestern zeigte sich: Die Spuren führen nicht weiter. Vieles bleibt weiterhin im Dunkeln.

Damit hat sich die Hoffnung auf einen raschen Fahndungserfolg nicht erfüllt. Die Bundesanwaltschaft räumte gestern ein, keine Beweise gegen zwei der Tat Verdächtige zu haben. Die Hintergründe des Anschlags vom vergangenen Dienstag mit zwei Verletzten waren somit weiter unklar. Der BVB war auf dem Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen den AS Monaco, als drei Sprengsätze mit Metallstiften nahe dem Mannschaftsbus detoniert waren. Der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra und ein Polizist waren verletzt worden. Das Spiel wurde am Mittwochabend – keine 24 Stunden später – nachgeholt.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe geht von einem terroristischen Hintergrund aus. Zwingend sei dies allerdings nicht, sagte eine Sprecherin. Auf Antrag der Bundesanwaltschaft wurde gestern gegen einen der Verdächtigen Haftbefehl erlassen. Für die Beteiligung des 26 Jahre alten Irakers an dem Anschlag hatte die Behörde keine Beweise; stattdessen wird ihm die Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen.

Der Mann soll im Irak eine zehnköpfige Einheit angeführt und selbst gekämpft haben. Die Gruppe soll Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben. Im März 2015 reiste er laut Bundesanwaltschaft in die Türkei, von wo er Anfang 2016 wieder nach Deutschland zurückkehrte und dann weiter Kontakt zu IS-Mitgliedern gehabt habe.

Der Verdacht gegen einen 28 Jahre alten Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna wurde fallengelassen. Es gebe keine Hinweise für dessen Verwicklung, so die Bundesanwaltschaft. Die Wohnungen beider Männern waren durchsucht worden.

Die Sprengsätze waren nach Angaben von Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) hochprofessionell gebaut. „Die Sprengkraft war enorm“, sagte er in einer Sitzung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien. Die Täter seien nicht gefasst und hätten weitere Anschläge angekündigt.

„Das nehmen wir sehr ernst.“ Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann sagte: „Wir suchen nach mordbereiten Tätern.“ Es werde auch nach Fingerabdrücken an den Sprengsätzen gesucht.

Die Polizei hatte am Anschlagsort drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt gefunden. Sicherheitskreise sprachen von einem für Islamisten eher untypischen Vorgehen. Laut NRW-Verfassungsschutz sind die drei identischen Bekennerschreiben, die am Tatort gefunden wurden, keiner einzelnen extremistischen Richtung zweifelsfrei zuzuordnen. Es werde in Richtung Links- und Rechtsextremismus sowie Islamismus ermittelt, sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. Mit Blick auf Islamismus sage er, es fehlten arabische Floskeln, auch seien die Forderungen am Ende des Textes untypisch für die Terrormiliz Islamischer Staat. „Der IS verhandelt nicht“, sagte Freier.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die „GBU-43“ gilt als größter konventioneller Sprengkörper der US-Streitkräfte – Noch nie in Kampfhandlungen eingesetzt.

13.04.2017

Bundeskanzlerin will unterschiedliches Niveau in den Bundesländern ausgleichen.

13.04.2017

. US-Präsident Donald Trump hat der Nato seine Verbundenheit zugesichert, die Bündnismitglieder aber erneut an ihre finanziellen Verpflichtungen erinnert.

13.04.2017
Anzeige