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Blutige IS-Geiselnahme in Bangladesch

Dhaka Blutige IS-Geiselnahme in Bangladesch

Polizei stürmt beliebtes Restaurant – Viele Italiener und Japaner unter den toten Gästen.

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Sicherheitskräfte in Dhaka: Die Hauptstadt des muslimischen Landes wurde Schauplatz eines der schlimmsten Anschläge seit Jahren.

Quelle: dpa

Dhaka. . Es ist kein Wunder, dass die „Holey Artisan Bakery“ im Herzen von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ein so beliebter Ort ist, auch bei den vielen Ausländern in der Stadt. Das Restaurant liegt gleich neben einem künstlich angelegten See, wie Fotos und Filmaufnahmen zeigen. Aus einem hell gestalteten Raum gibt eine doppelte Glastür den Blick frei auf eine großzügige Rasenfläche, umrahmt von einem hölzernen Gartenzaun.

Doch am Freitagabend gegen 21 Uhr endet die Idylle jäh. Sieben Attentäter dringen bewaffnet mit scharfen Waffen, Pistolen und automatischen Gewehren in das Gebäude ein. Zeugen erzählen später von Explosionen, die sie gehört haben. Und davon, dass die Männer „Allahu Akbar“ (Allah ist groß) riefen.

Als knapp zehn Stunden und viele Schusswechsel später mehr als 100 Sicherheitskräfte das Lokal stürmen und sechs der Angreifer töten, beenden sie damit eine der schlimmsten Terrornächte, die das Land in den vergangenen Jahren gesehen hat. Zwei Polizisten sind zu diesem Zeitpunkt schon tot und wahrscheinlich auch mehr als die Hälfte der Geiseln. Nur 13 überleben nach Angaben des Militärs in Bangladesch, 20 von ihnen sterben – die meisten Ausländer stammten aus Italien und Japan. Die Angreifer haben während der Nacht viele mit Macheten und Messern regelrecht hingerichtet.

Auch die Täter und zwei Polizisten kommen ums Leben.

Der Anschlag potenziert, was Bangladesch bereits seit rund vier Jahren erlebt. Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Land mit rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Anschläge. In mehr als 50 Fällen brachten meist unbekannte Täter Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten um. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt – zuletzt im Oktober 2015.

Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina rief gestern in einer Fernsehansprache ihr Land zur Einigkeit angesichts der Bedrohung auf: „Wir werden keinen Akt des Terrorismus in Bangladesch dulden.“ Eines sagte sie jedoch nicht: Die Namen der Terroristenvereinigungen Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida. Dabei hatte erst kurz vor ihrer Ansprache die US-Terrorbeobachtungsstelle Site mitgeteilt, der IS habe die Verantwortung für die Geiselnahme übernommen.

Dieses Verhalten hat System. Zu vielen der Attentate der vergangenen Jahre bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und IS oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Trotzdem bestreitet die Regierung in Dhaka weiterhin, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.

Vor zwei Wochen hatte die Polizei in einer umstrittenen Aktion landesweit mehr als 12000 Menschen festgenommen. Trotzdem gehen die Anschläge weiter. Erst am Freitagmorgen töteten islamistische Attentäter einen Mitarbeiter eines Hindu-Tempels im Jhenaidah-Distrikt.

Als die staatlichen Sicherheitskräfte gestern Morgen mit ihrem Angriff begannen, waren die Geiselnehmer vorbereitet. In einem letzten großen Feuergefecht leisten die Terroristen fast eine Stunde lang Widerstand – bis ein gepanzertes Fahrzeug eine der Begrenzungsmauern des Restaurants niederreißt.

Arm und dicht besiedelt

Die Volksrepublik Bangladesch gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt. Mit knapp 150 000 Quadratkilometern ist der südasiatische Staat nicht einmal halb so groß wie Deutschland – mit rund 160 Millionen hat er aber fast doppelt so viele Einwohner. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. Obwohl Bangladesch sehr große Fortschritte gemacht hat, ist es noch immer ein sehr armes Land.

Nach dem Ende der Kolonialzeit war es eine pakistanische Provinz und wurde 1971 nach einem Bürgerkrieg unabhängig. Seit 1991 gibt es ein demokratisch-parlamentarisches System, das allerdings von Familiendynastien geprägt ist.

LN

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