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Politik im Rest der Welt Boris Johnson vergleicht EU mit Hitler
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08:46 16.05.2016
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London

Der Londoner Ex-Bürgermeister und Brexit-Befürworter Boris Johnson vergleicht die Ziele der EU mit denen von Adolf Hitler. Brüssel wolle ebenso wie einst der Nazi-Diktator Europa zu einem Superstaat einigen.

„Napoleon, Hitler und andere Leute haben das versucht, und es endet (immer) tragisch“, sagte der konservative Politiker der britischen Zeitung „The Sunday Telegraph“ in einem Interview.  

„Die EU ist ein Versuch, dies mit anderen Methoden zu schaffen“, fügte er hinzu. Seit der römischen Antike seien solche Versuche, Europa zu einigen, aber immer wieder gescheitert. Es fehle grundsätzlich an Loyalität zur europäischen Idee. Es gebe keine Autorität, die alle respektieren und verstehen würden. Daraus folge ein massives Demokratiedefizit.

Das EU-Referendum am 23. Juni sei „für die Briten eine Chance, Helden Europas zu sein und als eine Stimme der Mäßigung und des gesunden Menschenverstandes zu agieren“, sagte Johnson.

Zugleich übte er im Zusammenhang mit der Euro-Debatte scharfe Kritik an Deutschland. Der Euro habe etwa zur Vernichtung der italienischen Auto- und Maschinenbauindustrie geführt - „wie es von den Deutschen beabsichtigt war“. „Das ist ein Akt ökonomischer Übernahme.“

Johnson trat kürzlich von seinem Bürgermeisterposten zurück und ist eine Symbolfigur der EU-Austrittsbefürworter. Er gilt als Populist mit Hang zu politischen Zuspitzungen und Provokationen. Ihm werden auch immer wieder Ambitionen nachgesagt, David Cameron als Premierminister zu beerben. Cameron kämpft für den Verbleib in der EU. Am 23. Juni müssen die Briten entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Laut Umfragen ist der Ausgang offen.  

Einer Umfrage für die Zeitungen „Sunday Mirror“ und „Independent“ zufolge finden die Briten Johnson in der Brexit-Debatte deutlich glaubwürdiger als Cameron. Nach der Online-Umfrage vertrauen 45 Prozent der Briten Johnson eher als Cameron. Nur 21 Prozent der Befragten sagten, sie würden Cameron eher vertrauen.  

dpa

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