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Politik im Rest der Welt Brüderle kämpft aus dem Krankenhaus
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23:10 20.06.2013
Von Arnold Petersen
FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle.
Berlin

In den Umfragen geht es für die Liberalen etwas aufwärts — sie liegen wieder oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Die Erholung kommt gerade rechtzeitig. Die FDP und ihre Sturmspitze Brüderle brauchen Erfolgsmeldungen.

16 Wochen ist es jetzt her, dass die FDP ihren selbstmörderischen Führungsstreit beendete und sich für ein Doppel entschied: Fraktionschef Brüderle als Nummer eins im Wahlkampf, Wirtschaftsminister Philipp Rösler weiter an der Spitze der Partei. Doch erst jetzt hievt sich die FDP in den Umfragen auf fünf bis sechs Prozent — gemessen an den 14,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2009 alles andere als Jubel-Werte. Für Entspannung sorgen sie dennoch. „Es geht im Moment zaghaft bergauf“, kommentiert Schleswig-Holsteins Parteichef Heiner Garg die Lage. „Aber unser Anspruch muss es sein, so nah wie möglich an das Ergebnis von 2009 zu kommen.“ Die Parteistrategen verweisen dabei auf überraschend gute Resultate in Schleswig-Holstein, NRW und Niedersachsen.

Doch kann die FDP auf ihren Spitzenkandidaten Brüderle hoffen? Der 67-Jährige war bei einem Restaurant-Besuch vor einer Woche über eine Treppenstufe gestolpert. Er brach sich Hand und Oberschenkel und liegt im Krankenhaus. Befürchtungen, er falle womöglich länger aus, zerstreute der Patient per Brief: „Sie kennen mich alle als Kämpfer und wissen, dass ich mich auf den Wahlkampf freue.“

Wie es um Brüderles Kampfgeist steht, muss sich vor allem ab Mitte August zeigen. Dann beginnt die heiße Wahlkampfphase. Der Vorwahlkampf plätscherte eher dahin, als Zauberer entpuppte sich auch Brüderle nicht. Nicht zuletzt wegen der Sexismus-Debatte, die eine „Stern“-Journalistin unter Verweis auf eine als anzüglich empfundene Bemerkung an einer Hotelbar ausgelöst hatte. Der Sturm der Entrüstung, der daraufhin über die Frohnatur Brüderle hereinbrach, muss ihn tief getroffen haben. Brüderles Angriffslust bricht sich seither nur noch mit angezogener Handbremse Bahn.

Die Partei spricht über das Tabuthema nicht gern. Die Zeiten, als viele in Brüderle den Retter und in Rösler gefährlichen Ballast erkannten, sind ohnehin vorbei. Inzwischen gilt es als gute Lösung, Parteivorsitz und Spitzenkandidatur auf zwei Schultern verteilt zu haben.

Arnold Petersen

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