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Politik im Rest der Welt Bundeswehr ließ Taliban bombardieren
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02:18 19.09.2013
Bundeswehrsoldaten patrouillieren in Kundus.

Die Bundeswehr hat in Nordafghanistan in diesem Jahr bereits drei Luftangriffe gegen Aufständische veranlasst und damit mehr als bisher bekannt. In allen Fällen dienten die von US-Kampffliegern ausgeführten Luftschläge der Unterstützung der afghanischen Streitkräfte. Über die Zahl der getöteten Aufständischen gibt es nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr keine gesicherten Informationen. Zivilisten seien durch die Luftschläge nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht geschädigt worden.

Der Bundeswehrkommandeur in Kundus hatte zuletzt am 7. September eine Bombardierung von Aufständischen im Unruhedistrikt Char Darah bei Kundus veranlasst. Das Einsatzführungskommando hatte da nach zunächst erklärt, dass es sich um den ersten von einem Bundeswehrkommandeur veranlassten Angriff seit mehr als zwei Jahren handele. Jetzt korrigierte die Leitstelle für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr diese Angaben. Am 22. März und am 30. Mai gab es demnach zwei weitere von der Bundeswehr befohlene Luftschläge während einer Operation der afghanischen Armee im Wardudsch- Tal in der nordöstlichen Provinz Badachschan.

In beiden Vorjahren hatte die Bundeswehr nur einen Luftschlag veranlasst: Am 22. Februar 2011 kam eine amerikanische F-16 deutschen und afghanischen Streitkräften in der Provinz Baghlan mit der Bordkanone zur Hilfe. Der folgenschwerste von der Bundeswehr befohlene Luftangriff war das Bombardement zweier von den Taliban gekaperter Tanklaster am 4. September 2009 in Kundus, bei dem mindestens 91 Menschen getötet wurden.

Die Bundeswehr will noch in diesem Herbst aus Kundus abziehen. Die Sicherheitslage in der Provinz hat sich in den vergangenen Monaten nach Expertenmeinung verschlechtert. Gestern wurde der Chef der unabhängigen Wahlkommission (IEC) in der nordafghanischen Provinz getötet. Zwei Männer auf einem Motorrad hätten das Feuer auf Amanullah Aman vor dessen Haus in Kundus-Stadt eröffnet, erklärte ein Polizeisprecher. Die Präsidentenwahl ist für den 5. April geplant. Amtsinhaber Hamid Karsai darf laut Verfassung nicht mehr antreten.

LN

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